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Parchimer Zeitung

18. Oktober 2017 | 07:57 Uhr

Kirche : Neuer Pfarrer in Parchim

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Orphée-Honorat Adjayi Agbahey setzt bei der Zusammenführung von Katholischen Gemeinden auf Gemeinsamkeit und Miteinander

von
erstellt am 30.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Der Empfang in Parchim sei herzlich gewesen, die Einführung in sein neues Amt vor wenigen Tagen erlebte er als sehr würdig. Die 103 Jahre alte Kirche am Rosengarten gefällt ihm ausgesprochen gut. Im Katholischen Altenheim sowie in der Kita auf dem Vogelsang war die Freude groß, als er sich unter die Sommerfestgäste mischte: Die katholische Gemeinde St. Joseph in Parchim hat seit diesem Monat einen neuen Pfarrer, die Stadt Parchim einen neuen Einwohner: Orphée-Honorat Adjayi Agbahey möchte sich schnell in der Eldestadt einleben und etwas gemeinsam mit den Menschen bewegen.

Daran lässt der neue Pfarrer keinen Zweifel. Dass Pfarrer Agbahey auf ein gutes Miteinander setzt, hat er gleich nach seiner Ankunft deutlich gemacht: Seine ersten Wege in Parchim führten ihn noch vor der Amtseinführung zu seinen evangelischen Berufskollegen und zum Propst, zum Bürgermeister, zum Landrat, zum Chef des Polizeireviers und zur Stadtpräsidentin Ilka Rohr. Die wiederum lud ihn spontan zu einer Stadtführung ein und ließ es sich dabei nicht nehmen, ihn persönlich zu begleiten. Die imposanten Gebäude aus Backstein hätten ihn bei dem Rundgang besonders beeindruckt. „Sie erzählen von der Geschichte des Ortes.“

Seine persönliche Lebensgeschichte beginnt im westafrikanischen Togo, wo er 1965 geboren wurde, aufgewachsen ist und ein Magisterstudium in Philosophie absolvierte. Als die politischen Unruhen in seinem Heimatland immer größer wurden, rieten ihm seine Eltern 1993, zum Studium nach Deutschland zu gehen. Agbahey studierte in Münster Theologie und parallel dazu Völkerkunde. Erste Erfahrungen im seelsorgerischen Bereich sammelte er als Praktikant in der Krankenhausseelsorge in der Uniklinik Heidelberg, im Bereich Religionspädagogik in Freiburg sowie beim Gemeindepraktikum in Karlsruhe. 1999 nahm er sein Jahrespraktikum in der Gemeinde bei Pfarrer Siegfried Albrecht in Hamburg auf. 2001 wurde er im Kleinen Michel zum Diakon, 2002 im Mariendom zum Priester geweiht. Seine erste Kaplanstelle führte ihn nach Neumünster, seine zweite von 2005 bis November 2007 nach Hamburg- Niendorf. Im Dezember 2007 kam er zunächst als Vertretung in die Pfarrei Heide im Dittmarschen, die er dann von März 2008 bis zum 30. Juni 2016 als Pfarrer betreute. Seinen ersten Tag in seinem neuen Wirkungskreis in Parchim hatte er acht Tage später. Auf Bitten des Erzbischofs stellt er sich hier der Herausforderung, die Katholischen Gemeinden St. Joseph in Parchim/St. Thomas Crivitz, Herz Jesu Lübz, St. Paulus in Plau am See sowie Heilige Familie in Goldberg zum 1. Januar 2017 zu einem neuen pastoralen Raum zusammenzuführen und mit den Menschen über einen Zeitraum von drei Jahren das Zusammenwachsen zu einer neuen Pfarrei zu gestalten. Seinen Pfarrsitz hat er in Parchim. Hintergrund: Das Erzbistum Hamburg befindet sich in Zeiten des Priestermangels und der rückläufigen Anzahl an Gläubigen mitten in einem Umstrukturierungsprozess. Um die Neuordnung behutsam zu gestalten, sollen in den kommenden Jahren aus mehr als 80 eigenständigen Pfarreien etwa 28 pastorale Räume werden, die jeweils von einem Pfarrer geleitet werden.

Die Parchimer St. Josephgemeinde, die ihren neuen Pfarrer mit großer Offenheit und Aufgeschlossenheit empfangen hat, wünscht ihm viel Kraft und Energie für diese große Aufgabe. Mehrere Gemeindemitglieder ließen im Gespräch mit SVZ bereits durchblicken, dass sie sich sehr gut vorstellen können, dass er viele neue Impulse mit in die Gemeinde, überhaupt in die mecklenburgische Kleinstadt bringt. Pfarrer Agbahey lässt sich in seiner Arbeit von dem Gedanken leiten: „Nur der Mensch zählt. Wir als Menschen müssen zueinander finden und gemeinsam das tun dürfen, was uns wichtig ist.“  

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