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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 21:49 Uhr

Severin : Neue Straße dank Hochzeitsgeld

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

40 000 Euro Sonderbedarfszuweisung nach Fusion vom Land, Fertigstellung Ende September

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 16:37 Uhr

Wenn Jürgen Benthin mit seiner Hündin Tine Gassi geht, müssen sich beide derzeit ihren Weg durch Kies und Baufahrzeuge bannen. „Da müssen wir durch. Schließlich haben wir lange darauf gewartet, dass unsere Straße endlich gemacht wird“, sagt er. Seit rund 20 Jahren wohnt er wie weitere 17 Familien in der Severiner Neubauernstraße. Die wurde in den 1960er Jahren gebaut. Anwohner Roland Zawadzki hat als Schulkind miterlebt, wie glücklich seinerzeit alle bei der Fertigstellung der Straße waren. Doch die Zeiten haben sich geändert. An die Neubauernzeit erinnert nur noch der Name und die Straße ist längst zum Ärgernis geworden. Der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Obwohl eine Sanierung seit Jahren auf der kommunalpolitischen Agenda stand, fehlte es vor allem am nötigen Geld.

Als am 20. November 2013 der Vertrag zur Fusion der Gemeinden Domsühl und Severin unterschrieben wurde, hatten sich die Verhandlungspartner auch darauf geeinigt, dass die von der Landesregierung in Aussicht gestellte Fusionsprämie in Höhe von 80 000 Euro je zur Hälfte für das Straßenbauprojekt in Severin und die Feuerwehr in Zieslübbe verwendet werden sollte.


Kosten sind der springende Punkt


„Das war eine gute Entscheidung“, ist sich Bürgermeister Hans-Werner Beck ohne Einschränkung sicher und meint dennoch, „Ich hätte allerdings gehofft, dass wir die Pläne zeitnah umsetzen können und nicht Jahre ins Land gehen“. Zunächst wurde geplant, Varianten entwickelt, die Bürger informiert und alles wieder verworfen. „Ziel war es natürlich, die Kosten im vernünftigen Rahmen zu halten. Alleine mit der Hochzeitsprämie ließ sich eine Straße natürlich nicht bauen. Und auch die Anlieger sitzen bei derartigen Vorhaben mit im Boot“, gibt Hans-Werner Beck zu bedenken. Die Variante zur Straßensanierung, die im August 2015 auf dem Tisch der Gemeindevertretung lag, ging von einem geschätzten Eigenanteil für die 17 betroffenen Grundstückseigentümer von zusammen 72 000 Euro aus. Das Gesamtbauvorhaben sollte seinerzeit rund 160 000 Euro kosten. „Da musste nachverhandelt werden“, so der Bürgermeister, der in Schwerin Klinken Putzen ging. Obwohl die jetzige Bauvariante mit geplanten 230 000 Euro zu Buche schlägt – viele Kosten haben sich zwischenzeitlich erhöht – kommen auf die Anwohner nur rund die Hälfte der ursprünglichen Eigenanteile zu. Wie viel der Einzelne am Ende bezahlen muss, steht erst nach Abrechnung des Projektes fest.


Arbeiten kommen gut voran


Vor zwei Wochen begannen die eigentlichen Arbeiten. Mitarbeiter der Firma GalaBau Crivitz haben zunächst das alte Pflaster, Borde und die Gehwegplatten aus Vor-Wende-Zeiten aufgenommen. Auch die Wemag und die Telekom buddeln bereits. „Bislang läuft alles nach Plan“, bestätigt Frank Ladewig von IBUS Parchim, der für die Bauüberwachung den Hut auf hat. Einmal in der Woche treffen sich Bürgermeister und Vertreter der am Bau beteiligten Gewerke zur Abstimmung vor Ort. Ein Wermutstropfen kam dabei zur Sprache, denn nicht vorgesehen ist der Einbau von Leerrohren, die für die Nachrüstung mit Telekommunikationskabeln später hilfreich wären.

„Wichtig ist uns, dass die Anliegen der Anwohner im Baustellenbereich berücksichtigt werden. Aber, da gibt es von Anfang an keine Probleme“, freut sich Hans-Werner Beck.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass der kurzze Bauzeitraum – bis Ende September soll alles fertig sein – eine Herausforderung ist. Dann gibt es hier eine moderne 400 Meter lange Pflasterstraße (Fahrbahn: drei Meter) und einen Gehweg (1,35 Meter). Folgen soll im Herbst ein zünftiges Straßenfest.

 

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