Parchim : Neue Schilder und Dreck irritieren

Damit soll nun Schluss sein: In der Regimentsvorstadt verbieten neue Schilder auch das Radeln.
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Damit soll nun Schluss sein: In der Regimentsvorstadt verbieten neue Schilder auch das Radeln.

Stadt ließ Verbotsschilder in der Regimentsvorstadt aufstellen. Vor allem Fahrradfreunde sind irritiert. Areal verkommt zur Müllkippe.

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03. April 2017, 21:00 Uhr

Im Frühling sprießen nicht nur die Blumen, sondern in der Kreisstadt auch die Schilder wie Pilze aus dem Boden. Diesen Eindruck haben zumindestens die vielen Fahrradfreunde, die wie seit Jahren mit dem Drahtesel von der Innenstadt zur Weststadt oder umgekehrt die Regimentsvorstadt durchqueren. Doch halt, wer aus Richtung Kreisverwaltung einen der gewohnten Pfade nutzen will, steht beispielsweise vis-a-vis dem Kino an einem dort neu aufgestellten Verkehrsschild „Verbot für Fahrzeuge aller Art“. Dieses wichtige Vorschriftzeichen mit dem unübersehbaren roten Rand bedeutet: Verbot für alle Fahrzeuge! Krafträder und Fahrräder dürfen geschoben werden. Das Schild wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Einfahrt verboten“ oder „Durchfahrt untersagt“ genannt. Wer es ignoriert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Betroffenen reagieren überwiegend mit Kopfschütteln und setzen die Fahrt mit dem Rad einfach fort. Am anderen Ende – im Bereich der Plümperwiesenbrücke – sind die gleichen Wege weiterhin unbeschildert und damit für jedermann nutzbar.

„Was gilt hier nun? Was hat sich die Stadt dabei gedacht? Das kostet doch alles nur viel Geld“, meint eine verunsicherte Radlerin, die am heißen Draht der Parchimer Zeitung ihrem Ärger Luft macht.


Flörke: „Wir wollen hier niemand ärgern“


„Der große Bereich der Freifläche in der Regimentsvorstadt ist ein nicht gewidmeter Verkehrsraum. Straßenverkehr im weitesten Sinne ist hier nicht erlaubt und dies ist auch entsprechend durch die Kommune zu kennzeichnen. Aus diesem Grund kam es zur Aufstellung der Verkehrsschilder“, so Bürgermeister Dirk Flörke. Er hat durchaus „Verständnis für manches Kopfschütteln“. Doch der Verkehr habe hier zugenommen und es gab bereits Beschwerden. Selbst der Rodelberg wird mit Autos befahren. „Letztendlich steht die Stadt Parchim für den Verkehrsraum der Stadt selbst in Haftung und ist mit der Beschilderung ihren Pflichten nun nachgekommen“, so der Bürgermeister. Für die ebenfalls betroffenen Nutzer der Kleingartenanlage im südlichen Teil soll zeitnah und pragmatisch mit dem Verein eine Lösung auf den Weg gebracht werden.

Dirk Flörke hofft auf das Verständnis seiner Mitbürger: „Wir wollen hier niemanden ärgern, sondern die Situation, so wie sie ist, klar und deutlich richtig stellen“.

Die neuen Schilder dürften allerdings nichts am derzeitigen Erscheinungsbild der Regimentsvorstadt ändern. „Bei so viel Dreck, macht es hier schon lange keinen Spaß mehr, zu wandern oder zu radeln“, meint ein Parchimer aus der Nachbarschaft frustriert.  



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