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Parchimer Zeitung

26. September 2017 | 00:28 Uhr

Parchim : Neue Projekte für die Jugend

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Engagierter Verein feiert 25-jähriges Jubiläum. Jugendhotel in Dargelütz steht kurz vor der Eröffnung.

von
erstellt am 07.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Der Jugendförderverein Parchim/Lübz steht vor einer Neueröffnung. Das erfuhren gestern die Teilnehmer eines Empfangs zum 25. Vereinsjubiläum. In Dargelütz soll in wenigen Wochen ein Jugendhotel mit 38 Ein- und Zweibettzimmern seine Gäste erwarten. Zu Vorwendezeiten war das Gebäude Kaserne, später Ausbildungsstätte für Maler. Jetzt wurde es mit Fördermitteln saniert und gibt Dargelütz künftig neue Möglichkeiten in Ergänzung zu bestehenden Tagungsräumen und rund 80 Betten im gehobenen Jugendherberge-Stil.

Das Jugendhotel ist eines der jüngsten Beispiele für einen Träger, der sich in den vergangenen Jahren ständig auf neue Wege gemacht hat. Vor 25 Jahren war der Jugendförderverein Parchim/Lübz gegründet worden. Er begann mit zehn Mitarbeitern in Greven und Lancken. Heute sind es 127 beim Verein und seiner Tochter, der All Pütter GmbH. Der Jugendförderverein offeriert derzeit 65 verschiedene Angebote, sagt Jan Buchholz, der über die gesamten 25 Jahre die Geschäfte im Verein führt. Der Parchim/Lübzer Verein hat sich auf große Teile von Westmecklenburg ausgedehnt. Er ist in Greven, Parchim, Lübz, Schwerin, Wismar und ab September auch in Grevesmühlen aktiv. Dort hat er zusammen mit einem Partner aus Wismar eine Ausschreibung für die berufliche Bildung gewonnen. Der Verein ist breit aufgestellt und hat sich dadurch auch unterschiedliche Finanzierungsquellen erschlossen.

Der Jugendförderverein Parchim/Lübz war entstanden, um sozial benachteiligten Jugendlichen eine Chance zu geben. Als in den 1990er Jahren viele Betriebe in schwere Fahrwasser gerieten und zugleich die geburtenstarken Jahrgänge auf den Ausbildungsmarkt drängten, wurden Hunderte Jugendliche dank der Bildungsangebote des Vereins davor bewahrt, auf der Straße zu landen. Später wurden diese Ausbildungskapazitäten nicht mehr gebraucht.

Es gab Höhen und auch viele Tiefen in den vergangenen Jahren. Darauf machte sowohl Jan Buchholz als auch Vereinsvorsitzende Dr. Monika Schellenberg aufmerksam. Jürgen Hienzsch vom Landkreis erinnerte beispielsweise daran, wie in Lancken eine Ausbildungsstätte eröffnet und kurz darauf wieder geschlossen werden musste. Die überbetriebliche Ausbildung wurde nicht mehr gebraucht. Die Zahl der Schulabgänger in Mecklenburg-Vorpommern hatte sich mehr als halbiert. Der Jugendförderverein habe sich immer wieder neue Geschäftsfelder erschlossen, so Hienzsch. Und er war auch in der schwierigen Flüchtlingskrise im Jahr 2015 sofort zur Stelle und hat den Landkreis bei der Unterbringung von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen geholfen. Hienzsch lobte die Risikobereitschaft von Jan Buchholz und seinem Team.

Auch von der Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein gab es Anerkennung für den Verein: Sie nannte als Beispiele u.a. den Kampf um die dauerhafte Fortführung der Produktionsschule Greven oder das Engagement im Mehrgenerationenhaus.

Dr. Monika Schellenberg aus Schwerin, seit 2004 Vereinsvorsitzende, lobte die Mitarbeiter mit ihrem Engagement und Willen und Geschäftsführer Jan Buchholz mit seinen Ideen und seinem Elan. Eine Unsicherheit für die weitere Entwicklung sieht sie darin, wie es gelingt, Fachkräfte zu gewinnen.

Weit über 100 Mitarbeiter und Mitglieder des Jugendfördervereins wollen heute in Dargelütz das silberne Jubiläum feiern.

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