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Nahverkehr Ludwigslust-Parchim : Neue Mobilität in Kreishand

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Kreistagsmitglied Christian Brade begrüßt Rufbus-Modell: Flexible Anbindung ländlicher Bereiche schnellstmöglich forcieren

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 20:30 Uhr

Ein Arzttermin in der Stadt, der Einkauf in einem Fachgeschäft, das Treffen mit Bekannten – wer auf öffentliche Beförderung im Flächenlandkreis angewiesen ist, hat manchmal das Nachsehen. Zu weit ist der Weg zum Haltepunkt des nächsten Linienbusses, die Fahrzeiten passen nicht zu den eigenen Terminen.

„Solche Einschränkungen in der Mobilität braucht es nicht geben“, sagt Kreistagsmitglied Christian Brade (SPD) mit Blick auf die Möglichkeit, in Zukunft den so genannten Rufbus nutzen zu können (wir berichten). „Dahinter verbirgt sich ein Transport- und Zubringersystem, dass auf Abruf funktioniert. An sieben Tagen pro Woche und 365 Tagen im Jahr.“

Das heißt, wer die Hauptverkehrsachsen oder bestimmte Ziele erreichen möchte, meldet seinen Fahrwunsch an und wird, optimalerweise in einer kleinen Gruppe weiterer Fahrgäste, zur nächsten Haltestelle des Linienbusses gefahren. Ob dann ein Kleinbus zum Einsatz kommt oder ein Pkw den Transport übernimmt, hängt vom tatsächlichen Aufkommen ab. „Wichtig ist dabei zu wissen, dass auch der Rollator oder ein Fahrrad mitgenommen werden können. Das Modell steht den gewohnten Beförderungsansprüchen in nichts nach. Im Gegenteil: Die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger wird erhöht. Individuelle Lösungen sind möglich“, schätzt Christian Brade ein.

Für den Kommunalpolitiker stehen neben der verbesserten Verkehrsanbindung auch die praktische wie ökonomische Machbarkeit im Vordergrund. Der Vorschlag seitens der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH, eine solche für alle Seiten nutzbringende Alternative zu ermöglichen, wurde vom Kreistag bereits wohlwollend aufgenommen und findet die uneingeschränkte Unterstützung des SPD-Politikers. „Die Etablierung einer solchen Form der Mobilitätsverbesserung im ländlichen Raum liegt in der Hand der regionalen Entscheidungsträger. Auch die Finanzierbarkeit dieses Angebotes kann mit zur Verfügung stehenden Mitteln sichergestellt werden. Anders als bei schienengebundenen Fahrgelegenheiten sind wir hier nicht vom Land abhängig“, betont Christian Brade. Das Kreistagsmitglied bedauert gleichwohl das Aus für die Südbahn. Das Modell Rufbus soll schon in Kürze im östlichen Teil des Landkreises (Plau am See/Lübz) für rund 16 000 Einwohner abseits der Hauptstrecke den Anschluss an die erfolgreiche Taktlinie 77 (Plau am See – Lübz – Parchim) ermöglichen. Als Pilotprojekt, welches später auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden kann.

Christian Brade verweist auf den Erfolg, welchen der Rufbus, von den Experten als Flexible Bedienform bezeichnet, bereits aufweisen kann. Im Landkreis Salzwedel funktioniert das Modell seit 2008. Seit 1. Januar dieses Jahres bedienen sich auch Bürger im Nordwestkreis dieser Alternative. Im Vordergrund steht eine sinnvolle Vernetzung bestehender Angebote von Bus und Bahn, die durch den Rufbus ergänzt werden. Das System des öffentlichen Nahverkehrs kann so ökonomischer und, auf die Bedürfnisse der Bürger abgestimmt, weiterentwickelt werden. „Das heißt, wo bislang große Busse eine geringe Zahl von Fahrgästen befördert haben, kann ein kleineres Fahrzeug kostensparend und umweltfreundlich die Beförderung sicherstellen. Das halte ich für einen sehr guten Beitrag, um die Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern. Zufriedene Fahrgäste, hohe Nutzerzahlen und ein optimierter Fahrzeugeinsatz machen unseren Landkreis als Wohn- und Arbeitsort noch attraktiver“, so Brade.

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