Parchim : Neue Blätter am Traumzauberbaum

Reinhard-Lakomy-Ensemble gastierte in Parchim

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19. März 2019, 05:48 Uhr

Monika Ehrhardt-Lakomy (71) wundert sich. „Unsere Vorstellungen sind meist ausverkauft.“ Doch am Sonntag bleibt beim Gastspiel von „Der Traumzauberbaum und Mimmilitt“ in der Parchimer Stadthalle etwa ein Drittel der Plätze leer. „Dabei bieten wir seit Jahrzehnten höchste Qualität“.

Als Witwe des Komponisten und Musikers Reinhard „Lacky“ Lakomy (+2013) führt sie dessen Vermächtnis fort. „Von Lackys Material können wir noch lange zehren.“ Die Intendantin, Regisseurin und künstlerische Leiterin hat das Reinhard-Lakomy-Ensemble aufgebaut und geformt, „mit wundervollen Stimmen und guten Schauspielerinnen“. Aus der gelernten Maurerin, Tänzerin und studierten Kulturwissenschaftlerin ist mit Monika Erhard-Lakomy eine anerkannte Texterin und Publizistin geworden. Einmal war sie sogar für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert, den unter anderem Heinz Rudolf Kunze, Klaus Doldinger, Udo Jürgens oder James Last für ihr Lebenswerk gewannen. Jetzt finden sich ihre Texte nicht allein auf Tonträgern oder in Büchern, sondern mit Geschichtenliedern als neue Form der Kinderunterhaltung auch als Bühnenmusical. „Der Traumzauberbaum ist Kult.“ Dieser Baum hat viele Blätter, für jeden Traum eines, für schlechte Träume einige schwarze. „Ich mag den Traumzauberbaum, weil seine Freunde so flauschige Namen haben“, sagt Mathilde (5) aus Domsühl. Das Stadtkaninchen Mimmilitt, das Waldgeistermädchen Moosmutzel und Kater Leopold sind beunruhigt: „In dieser Stadt geht Geheimnisvolles vor.“ Quietschende Geräusche machen Angst. Ein Eisengeist? Zur Aufklärung sind Tapferkeit und Spürsinn gefragt. Die vermeintliche Bedrohung entpuppt sich als der verrostete Ritter Adalbert. Frisch gestrichen und geölt hieven ihn viele Kinder am Ende mit vereinten Kräften auf das Schuldach, wo er einen Ehrenplatz als Wetterhahn bekommt. Welch ein Glück, dass die Kinder sich zuvor bei Tagesbeginn mit einem Morgenmuffelfrühsport gestärkt hatten.

Horst Kamke

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