Vorsicht Geboten : Neue Betrugsmasche in der Vorweihnachtszeit?

Diesmal ging es nur um kleine Beträge. Manche Betrügereien sind noch viel ärgerlicher.
Diesmal ging es nur um kleine Beträge. Manche Betrügereien sind noch viel ärgerlicher.

Frau sammelt angeblich für Instrument eines Parchimer Musikschülers

svz.de von
22. Dezember 2013, 13:20 Uhr

Die Sache kam ihm von Anfang an seltsam vor, sagte Dr. Till-Dietrich Dahlenburg, als er bei unserer Zeitung anrief. Eine Frau hatte am Freitag gegen 9.45 Uhr an der Wohnungstür geklingelt und um eine Geldspende gebeten. Diese sei noch vor Weihnachten zur Anschaffung eines Instruments für einen Jungen an der Musikschule Parchim gedacht. Sie unterrichte selbst dort, die Sammlung sei allerdings eine private Initiative.

Dahlenburgs wollten den Ausweis sehen. Sie habe keinen dabei, erklärte die Frau und holte stattdessen eine Sparkassenkarte hervor. Dabei kam noch eine zweite zum Vorschein, vermutlich aus Versehen. Er habe sich gewundert, warum jemand zwei dieser Karten bei sich trägt, so Dahlenburg. Stutzig machte ihn außerdem, dass die Frau ihre Sammlung anscheinend im mittleren der drei Aufgänge und dann ganz oben, im dritten Stock, begann. Darauf
angesprochen, erwiderte sie, dass im ersten Aufgang niemand Geld gegeben habe.

Als Dahlenburgs sich auf
einer Spendenliste eintragen wollten, habe die Frau einen Schreibblock aus einer Plastiktüte hervorgeholt, auf dem „Tim“ stand. Vielleicht der Name des Jungen, vermutet Dr. Dahlenburg. Von ihm habe sie sogar noch ein Foto zeigen wollen. Ansonsten seien lediglich zwei Euro vermerkt gewesen, und daneben habe eine Unterschrift gestanden.

Nachdem das Brüeler Ehepaar fünf Euro ausgehändigt hatte, verschwand die Frau
offenbar aus dem Haus; mittelgroß, im Gesicht sehr hager, Anfang bis Mitte 40, wie Dahlenburgs schätzen. In den unteren beiden Etagen hatte sie nicht geklingelt, wie Dr. Dahlenburg anschließend erfragte. Er erkundigte sich auch bei der Musikschule in Parchim. Dort kannte niemand eine Lehrerin mit dem Namen, der auf der Sparkassenkarte stand. Zudem erklärte Andreas Bonin, Pressesprecher beim Landkreis, auf SVZ-Anfrage, dass er von einer Sammelaktion für
einen Musikschüler der staatlichen Einrichtung nichts wisse. Das gleiche Negativ-Ergebnis ergab unsere Recherche bei der privaten Musikschule Fröhlich in Parchim.

Wie es scheint, seien er und seine Frau auf eine neue
Betrugsmasche hereingefallen, „obwohl ich so viel nachgefragt habe, dass mir das schon fast unangenehm war“, ärgert sich der Brüeler. Aus dieser Erfahrung könne er
seriösen Sammlern von Geldspenden nur empfehlen, sich ordentlich auszuweisen. Das legen auch Polizei und Verbraucherschützer immer wieder ans Herz.

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