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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 22:19 Uhr

Parchim : Namen seit 1829 offiziell vergeben

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Von A wie Am Barschseemoor bis Z wie Zum Strauchberg: In Parchim und den neun Ortsteilen gibt es insgesamt 239 Straßen

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Parchims älteste nachgewiesene Straße ist die „Auf dem Brook“. 1302 taucht die Bezeichnung „platea qual dicitur broc“ erstmals in einem Schriftstück auf. Das heißt so viel wie: Straße, welche Brok genannt wird. Parchims „Jüngste“ gibt es offiziell seit dem vergangenen Jahr: Die neu geschaffene hintere Andienung der Blutstraße trägt den Namen Werner-Cords-Weg. Insgesamt gibt es in der Eldestadt 194 Straßen. Zwei davon – der Promenadenweg und der Panaromaweg – sind (noch) nicht bebaut. Hinzu kommen noch 45 Straßen in den neun Parchimer Ortsteilen. Sechs Namen sind sogar doppelt vergeben, wie zum Beispiel die Lindenstraße in Parchim und Malchow. Eine Parchimer Straße gibt es in Dargelütz und in Damm, die Anschrift „Am Eldeufer“ in Parchim und in Damm. In Neu Matzlow kommt man mit nur einem Namen aus, dort wohnt man am Bahlenweg. Der straßenreichste Ortsteil ist Slate mit 12.

All das hat Edda Schulz jetzt akribisch in einer Übersicht zusammengefasst. Die Slaterin beschäftigte sich fast ein ganzes Jahr lang mit den Parchimer Straßennamen. Das Ergebnis ihrer Chronistentätigkeit füllt drei pralle Aktenordner. Jeweils eine Ausführung stellte sie dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv zur Verfügung. Von der Leiterin des Parchimer Stadtarchives Petra Ebert kam damals auch auf einer Veranstaltung des Heimatbundes der gedankliche Anstoß, dass sie es gut fände, wenn sich jemand der Straßennamen annimmt. Heimatbundmitglied Edda Schulz fühlte sich direkt angesprochen und entdeckte darin für sich eine interessante neue Aufgabe, nachdem sie sich ein Vierteljahrhundert intensiv mit der Geschichte von Slate beschäftigt hatte. Drei seit 1993 erschienenen größeren Publikationen folgten bis zum November 2015 insgesamt 15 thematische Broschüren u. a. über die Geschichte prägender Gebäude sowie das Handwerk und Gewerbe im Dorf.


Arbeit stützt sich auf sehr gute Quellenlage


Zum Glück waren Parchims Straßen auch schon ein intensives Betätigungsfeld der Chronisten vorhergehender Generationen: So konnte sich Edda Schulz zum Beispiel auf äußerst hilfreiche Quellen der Heimatforscher Karl Augustin (1901-1942) und Hermann Kracht (1881-1963) stützen. Ihnen wiederum war Parchims ältestes Stadtbuch, das seit 1351 geführt wurde, eine verlässliche Quelle. Otto Köhnckes Parchimer Wörterbuch enthält ebenfalls viele Straßennamen. Das Museumsteam um Wolfgang Kaelcke, genauso wie Stadtarchivarin Petra Ebert hatten außerdem jahrelang Zeitungsbeiträge und andere schriftliche Dokumente über Parchimer Straßen aufbewahrt. Christina Pinnau vom Stadtbauamt stellte der Chronistin als Arbeitsgrundlage eine vollständige Übersicht über alle Parchimer Straßen aus dem Jahr 2015 zur Verfügung.

Obwohl Edda Schulz – abgesehen von einer Unterbrechung zwischen 1960 und 1980 - bereits seit 1947 in dem Parchimer Ortsteil Slate zu Hause ist und sich eigentlich sehr gut in der Eldestadt auskennt, staunte sie nicht schlecht, wie viele Straßennamen für sie selbst noch ein „weißer Fleck“ waren. Viele Male machte sie sich deshalb mit ihrem Mann Peter Schulz auf den Weg zu einem Erkundungszug durch die Stadt. Am interessantesten sei für sie der historische Bezug gewesen, woher eine Straße ihren Namen hat. „Dadurch habe ich viel Neues über Parchim gelernt“, bekennt Edda Schulz.

Inzwischen hat sich die Chronistin in ein neues Thema vertieft: Im Lutherjahr sei es für sie einfach naheliegend, sich noch einmal intensiver mit den Pastoren zu beschäftigen, die in Slate gewirkt haben.

(Weitere Hintergründe finden Sie in der Printausgabe und im E-Paper.)
 

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