Landwirte bis tief in der Nacht auf den Feldern : Nachtdrusch für das "schwarze Gold"

<fettakgl>Bei sternenklarem Himmel </fettakgl>haben auch die Bauern der LPG Mestlin wie hier bei Vinfow die Nächte zum Tag gemacht.<fotos>Michael-Günther Bölsche</fotos>
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Bei sternenklarem Himmel haben auch die Bauern der LPG Mestlin wie hier bei Vinfow die Nächte zum Tag gemacht.Michael-Günther Bölsche

Von lauen Sommernächten träumen Urlauber und Bauern gleichermaßen. Auch in der Landwirtschaftlichen Produktivgenossenschaft Mestlin wurde in den zurückliegenden Tagen nicht auf die Uhr geschaut. Der Raps wird gedroschen.

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29. Juli 2012, 04:01 Uhr

Vinfow | Von lauen Sommernächten träumen Urlauber und Bauern gleichermaßen. Auch in der Landwirtschaftlichen Produktivgenossenschaft Mestlin wurde in den zurückliegenden Tagen nicht auf die Uhr geschaut. "Wenn es die Feuchte des Erntegutes zulässt, dann geht die Arbeit bis Mitternacht weiter", sagt Remo König. Er sitzt am Steuer eines Mähdreschers vom Typ Claas 600, während sein Kollege Lutz Quellmann das zweite Ernteschiff vom Typ 540 über das Rapsfeld lenkt.

Beide sind vor Staub und Hitze durch eine klimatisierte Kabine geschützt. Unwillkürlich kommen bei älteren Kollegen Erinnerungen hoch wie einst die Erntekapitäne ungeschützt auf dem Bock saßen und dabei Wind, Staub und Hitze hautnah ausgesetzt waren. "Das ist kaum noch vorstellbar ", meint LPG-Geschäftsführerin Verena Nörenberg-Kolbow. Sie kann sich sogar noch an Zeiten erinnern, als noch ein Dreschkasten unverzichtbar war… Inzwischen hat überall moderne Technik Einzug gehalten und vor allem die Erntekapitäne profitieren davon.

Inzwischen hat sich der Bunker des Mähdreschers mit den schwarzen Rapskörnern gefüllt. Um keine Zeit zu verlieren, fahren Peter Kutschewski und Bernd Schmidt mit ihren Fahrzeugen direkt an die Mähdrescher. Während sich das neun Meter breite Mähwerk durch das Rapsfeld frisst, wird der Bunker ohne Halt geleert. Anschließend wird das "schwarze Gold" in die benachbarte Filiale von Rudolf Peters Landhandel gebracht. "Im Rahmen der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide Parchim haben wir entsprechende Verträge geschlossen", sagt die Chefin.

Von rund 315 Hektar wird hier Raps geerntet, der auf Grund der vergangenen sehr warmen und trockenen Tage etwas früher reif wurde, als in den Vorjahren. Mit der Quantität des Erntegutes sind die Mestliner zufrieden und auch der Preis stimmt diesmal, denn "er ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen". Lediglich die Qualität kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden, denn der Ölgehalt wird erst später im Labor genau bestimmt.

Mittlerweile geht auch über den Feldern der LPG Mestlin die Sonne unter und die Scheinwerfer erhellen den Dreschbereich. "Neun Prozent Feuchte dürfen die Körner höchstens aufweisen. Wir haben jetzt sechs und sieben Prozent erreicht und können unsere Arbeit bis Mitternacht fortsetzen", freuen sich die Landwirte.

Abgeschlossen ist inzwischen die Ernte der Gerste, die in Mestlin auf etwa 108 Hektar angebaut wurde. Auch hier sind die Landwirte mit der Quantität und Qualität sehr zufrieden. Der Preis sei gut und es gibt Hinweise, dass er sogar noch etwas steigen könnte.

Nach den schlechten Wetterprognosen waren die Bauern froh, dass es auch am Wochenende trocken blieb und die Ernte weiter gehen konnte. Wenn es die Witterung in den kommenden Tagen zulässt, wird der Weizen in dieser Woche so weit gereift sein, dass die Mähdrescher auf diese Felder umsetzen können. Bis dahin geht der Blick der Bauern nun täglich zum Himmel, ob Petrus die dunklen Wolken noch einmal für mehrere Tage am Stück beiseite schiebt.

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