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Parchimer Zeitung

19. September 2017 | 20:56 Uhr

Parchim : Nachfolger übernimmt Steuerrad

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Immer mehr Firmenchefs im Landkreis suchen einen Nachfolger. Ein Parchimer Beispiel mit Happy End

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Wenn Chefs an den Ruhestand denken, treibt sie eine Sorge um: Ihre Firma soll weiter auf Hochtouren laufen. Nicht immer passt die Nachfolge aus dem Familienfundus. Immer mehr Firmenchefs beschäftigt das Thema, sogar der Unternehmerverband Ludwigslust-Parchim hat es zum Jahresmotto erkoren: Zukunft sichern, Nachfolge regeln. Ein Parchimer Beispiel zeigt, wie es erfolgreich funktionieren kann.


Bis 2025 werden 23 000 Nachfolger gesucht


Wenn Chefs sich in den Ruhestand verabschieden, muss die Firma weiterlaufen. Die Suche nach einem Nachfolger scheint allerdings gar nicht so einfach zu sein. Immerhin ist laut einer Umfrage des Unternehmerverbands Ludwigslust-Parchim bei 37 Prozent der Firmen im Landkreis die Nachfolge-Übernahme gefährdet. Acht Prozent sind bereits in andere Hände übergeben, bei 45 Prozent gibt es gute Perspektiven. Bei acht Prozent aller Unternehmen sind die Chefs älter als 55 Jahre.

„Bis zum Jahr 2025 müssen in Westmecklenburg 23 000 Nachfolgen von Unternehmen geregelt werden“, sagt Wolfgang Waldmüller, Regionalleiter des Unternehmerverbands Ludwigslust-Parchim. Bei 11 000 fehlt die Perspektive, das betrifft immerhin 200 000 Mitarbeiter. Deshalb macht der Verband das Thema zum Jahresmotto 2017: „Zukunft sichern, Nachfolge regeln.“

Genau das hat der Parchimer Falk Machan mit Weitsicht getan: „Mit 55 Jahren überlegt man schon, wie es weitergehen soll. Der Generationswechsel steht an. Ich habe aber trotzdem Lust, im Betrieb weiterzumachen. Und der Übergang soll nicht von heute auf morgen ablaufen.“

Die beiden Töchter wollten das Unternehmen für moderne Bauelement la-ma mit insgesamt sechs Mitarbeitern nicht übernehmen. Sie machen ihren Weg im pädagogischen Bereich. Falk Machan, Meister für Holztechnik, suchte also weiter. Beim gemeinsamen Sport besprach er das Thema mit Tim Wagner. Der 31-jährige Parchimer, seit 2008 selbstständig, hatte 2011 seinen Meister gemacht, dafür nach Feierabend und an den Wochenenden gepaukt. Die Vertrauensbasis ist da, es passt einfach.

Jetzt hat Tim Wagner den Betrieb übernommen, ist Geschäftsführer. Falk Machan bleibt dem Unternehmen mit seinem Fachwissen als Technischer Leiter erhalten. Tim Wagner: „Das ist optimal. Der Meisterbetrieb hat eine Zukunft. Ich wollte mich nicht einfach reinsetzen und sagen, ich übernehme das.“

Das Unternehmen la-ma (steht für die Gründernamen Langwost und Machan) begann 1990 in Ziegendorf als kleine Tischlerei. Seit 1994 in Parchim ansässig, gehören maßgeschneiderte Fenster, Haustüren, Rollläden, Markisen, Wintergärten, Terassendächer, Rolltore und vieles mehr zum Angebot – alles inklusive Einbau. Auch den neuesten Schrei, die vernetzte Haustechnik, bei der Rollläden per Mobiltelefon-App und Knopfdruck steuerbar sind, beherrschen die Parchimer. „Momentan sind Terrassendächer und so genannte Zip Screens angesagt“, sagt Falk Machan. Das sind Rollläden aus Textil, sie filtern bis zu 98 Prozent der UV-Strahlung und sorgen dennoch dafür, dass natürliches Licht erhalten bleibt.

Die Botschaft an die Stammkundschaft ist: Das Unternehmen hat Zukunft und gibt auch nach dem Generationswechsel weiterhin Gas. Tim Wagner: „Wir bleiben weiterhin in der Region als schneller und zuverlässiger Dienstleister.“

 

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