Nach Verhaftung: Busse rollen weiter

Die verkohlten Busse auf dem Firmengelände in PlauerhagenBölsche/Archiv
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Die verkohlten Busse auf dem Firmengelände in PlauerhagenBölsche/Archiv

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27. September 2012, 05:25 Uhr

plau am see | "Über die Vorwürfe gegen meinen Sohn bin ich entsetzt", sagt Manfred Maaß, Inhaber gleichnamigen Reisedienstes, der sich gegenüber der SVZ zum ersten Mal persönlich äußert. "Michael ist ein überaus engagierter Unternehmer, der sich stets um neue Kontakte bemüht und immer für Fahraufträge sorgt. Er sägt doch nicht an dem Ast, auf dem er sitzt!"

Michael Maaß wurde in Untersuchungshaft genommen, weil er und ein Komplize für die Serie von Busbränden im vergangenen Jahr verantwortlich sein sollen. Es sei nicht nachvollziehbar, als Motiv für die Taten eine "wirtschaftliche Schieflage" anzuführen, weil diese zu keiner Zeit bestanden habe, so der Vater: "Im Jahr 2010 haben wir ein Plus in fünfstelliger Höhe erwirtschaftet. Eine vorübergehende Schieflage, die wir bis jetzt aber gemeistert haben, ist erst durch die Brände entstanden."

Grundlage für die von Versicherungen gezahlten Entschädigungen sei immer der Zeitwert eines Fahrzeuges, so dass jede Beschädigung einen Verlust für den Unternehmer bedeute. "Daher konnten wir schon nach dem ersten Brand nur gebrauchte Busse anschaffen, für die wieder neue Kredite aufgenommen wurden", sagt Manfred Maaß. "Gelder aus den Versicherungsleistungen wurden zu keinem Zeitpunkt in die Tasche gesteckt - im Gegenteil: Wir zahlen noch heute Raten für Busse, die wir durch die Brände verloren haben. Daher frage ich mich, wie die Staatsanwaltschaft auf Versicherungsbetrug als Vorteile bringendes Motiv kommt." Durch die Brände in der Firma Maaß im Februar, März und September 2011 wurden insgesamt elf Busse, ein Boot, ein Oldtimer und ein Wohnmobil vernichtet. Nach Meinung des Seniorchefs bleibe das Unternehmen durch sie auf einem Schaden in sechsstelliger Höhe sitzen.

Darauf angesprochen, dass Kunden nach der Festnahme von Michael Maaß Bedenken äußerten, dass zum Beispiel Gutscheine ihren Wert verlieren könnten, sagt der Vater: "Unsere Büros wurden leergeräumt, aber der Betrieb läuft trotzdem ohne Einschränkungen weiter, was neben Gutscheinen natürlich auch für schon geleistete Anzahlungen gilt." Hinter Michael Maaß stünden seine gesamte Familie, seine Kollegen, Verwandte und Bekannte. "Für mich ist die Brandserie noch nicht aufgeklärt", so Manfred Maaß. "Jetzt vertraue ich darauf, dass unsere Anwälte und die Polizei die tatsächliche Wahrheit ans Licht bringen."

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