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Nach Tower-Bau folgt Sanierung der Landebahn

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erstellt am 24.Apr.2013 | 05:20 Uhr

Parchim | Nächster Schritt bei der Erneuerung des Parchimer Flughafens. Gestern begann der Bau eines Radarturmes. In diesem Jahr soll auch die drei Kilometer lange Start- und Landebahn saniert werden, erfuhr die Parchimer Zeitung von Werner Knan, dem Berater des chinesischen Flughafeninvestor Jonathan Pang. Das bedeutet, dass es eine Zeit lang keine Flüge geben kann. Knan spricht von einer reinen Bauzeit von viereinhalb bis fünf Monaten. "Dann wird Tag und Nacht gearbeitet."

Ein zweistelliger Millionenbetrag muss laut Knan allein in die Start- und Landebahn investiert werden. Die Universität Weimar habe Kernbohrungen durchgeführt. Der aus den 1930er-Jahren stammende Unterbau hält demnach. Damals wurde Zement höchster Qualität eingesetzt. Probleme gibt es allerdings mit dem, was später darauf gesetzt wurde. Es wurde eine Kieselsäurereaktion festgestellt. Der Beton wird quasi zerfressen. Auf der Oberfläche gibt es Verschottungen. Das hat zur Folge, dass die Bahn auf ihrer gesamten Länge von 3000 Metern und ihrer Breite von 65 Metern abgefräst und erneuert werden muss. Gleichzeitig erhält die Start- und Landebahn eine neue Befeuerung. Rechts und links werden Instrumente montiert. Sie sind ein Teil der laufenden technischen Erneuerung.

Weithin sichtbares Zeichen für die Investitionen auf dem Parchimer Flughafen ist der neue Tower, neben dem jetzt der Radarturm entsteht. Von außen ist der Tower fertig. Die technische Inneneinrichtung, die Instrumente für die Lotsen, liegen laut Knan bereit. Der neue Tower, die sanierte Start- und Landebahn, eine Unterflurbefeuerung - diese Investitionen richten sich darauf, den Parchimer Flughafen nach höchstem internationalen Standard aufzurüsten. "Die Deutsche Flugsicherung macht das Projektmanagement", sagt Knan.

Erweitert werden soll auch das Vorfeld, also der Stellplatz für die Flugzeuge. Momentan können hier zwei größere Flieger gleichzeitig stehen, künftig sind Plätze für vier größere bzw. fünf kleinere geplant.

Eigentlich sollen zwei weitere Stellplätze gebaut werden, erfuhr unsere Redaktion. Es gibt allerdings derzeit noch das Hindernis, dass die konterminierte Fläche durch den Landkreis freigeben werden muss. Hier wurde das in Vorwendezeiten auf dem Militärgelände verschüttete Kerosin aus dem Boden gepumpt. Nach Knans Wissen soll schon seit einem Jahr nichts mehr aus dem Boden kommen. Bis 31. Dezember diesen Jahres ist das belastete Gelände, das der Flughafen auch zum Bau eines komplett neuen Terminals mit Hotel benötigt, offiziell gesperrt. Der Flughafeninvestor hat einen Antrag auf vorzeitige Nutzung gestellt.

Im vergangenen Jahr hatte es nach Aussagen der Betreiber 11 000 Flugbewegungen auf dem Parchimer Airport gegeben. Diese große Anzahl ist mit dadurch zu erklären, dass Trainingsflüge verschiedener Airlines stattfanden. Die Piloten üben hier das Landen und Starten. Das Plus für Parchim ist die Dimension der Landebahn, die sich für die größten Flugzeuge eignet - sowohl für die Passagiermaschine Airbus A380 als auch den Frachtflieger Antonow.

Die Entwicklungschancen für Parchim sehen die Investoren darin, dass es für diesen Flughafen die Erlaubnis gibt, ihn Tag und Nacht anzufliegen. Eine solche weitläufige Regelung gibt es in Deutschland außer für Parchim nur noch für Leipzig und für Köln, wobei für letzteren Airport diese Genehmigung bis 2015 befristet ist, sagt Knan. Die Nachtflugerlaubnis sei ein Potenzial, das Jonathan Pang nutzen will, erklärt sein Berater. "Das werden wir vermarkten." In der Phase der Rekonstruktion der Start- und Landebahn sollen die ca. 30 Beschäftigten auf dem Flughafen auf die neue Technik trainiert werden, sagt Werner Knan.

Die Reisegesellschaft PTI Panoramica kündigte in dieser Woche für November 2013 und Januar kommenden Jahres erste Charterflüge von Parchim nach Dubai an (SVZ berichtete). Bis dahin sei die Sanierung der Start- und Landebahn abgeschlossen, erklärte gestern Werner Knan auf Nachfrage.

Im Falle eines Erfolgs der vorgesehenen Charterflüge nach Dubai denkt der Reiseveranstalter bereits über die weitere Nutzung des Airports Parchim nach. Werner Maaß, Geschäftsführer der PTI Panoramica Touristik International GmbH, erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung: "Wir werden in den nächsten Tagen einen weiteren Flug nach Marrakesch offerieren. Natürlich wird jeder gute Kaufmann bei Erfolg dabeibleiben und versuchen die ,Saat’ weiter zu pflegen."

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