Parchim : Nach Streit: Parchimer schießt auf Mädchen

In diesem Wohngebiet fiel der Schuss.
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In diesem Wohngebiet fiel der Schuss.

19-Jähriger hantiert in Regimentsvorstadt mit Schreckschusspistole / Opfer bleibt unverletzt

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15. März 2018, 20:55 Uhr

Ein Wort gibt das andere, dann fällt ein Schuss. Ein harmloses Wortgefecht zwischen Jugendlichen eskaliert am Mittwochabend in der beschaulichen Parchimer Regimentsvorstadt.

Ein 19-Jähriger soll am Mittwochabend mit einer Schreckschusspistole auf eine 16-jährige Jugendliche geschossen haben. Das Mädchen blieb glücklicherweise unverletzt.

Ersten Erkenntnissen zufolge sei die 16-Jährige in der Straße Am Exerzierplatz an der Wohnung des 19-Jährigen vorbeigegangen, als dieser nach einem kurzen Wortwechsel mit der Jugendlichen vom Fenster seiner Wohnung aus dann plötzlich einmal in Richtung des Opfers geschossen haben soll. Aussagen zufolge betrug der Abstand zwischen den Beteiligten höchstens zehn Meter. Nach dem Vorfall ging die 16-Jährige weiter. Zeugen, die das Geschehen beobachtet hatten, informierten kurz darauf die Polizei.

Obwohl der 19-Jährige die Tat bestritt, stellten die eintreffenden Polizeibeamten die Schreckschusspistole samt Munition sicher, sagt Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Die Beamten nahmen gegen den jungen Mann eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Bedrohung auf.

Heute prüfte die Polizei, ob der Schütze im Besitz eines sogenannten kleinen Waffenscheins ist (Hintergrund oben). Dessen Besitzerzahlen steigen auch in MV stetig.

Kleiner Waffenschein: Bürger rüsten auf

Mecklenburger und Vorpommern rüsten mit  Gas- und Schreckschusspistolen auf. Aktuell besitzen 8540 Menschen im Land den Kleinen Waffenschein, der zum Führen dieser Pistolen in der Öffentlichkeit berechtigt, teilte das Innenministerium auf Nachfrage mit. Damit hat sich die Zahl der Besitzer innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Im Januar 2016 gab es noch 3768 Inhaber eines Kleinen Waffenscheins, 2015 waren es 3620. 

Im Innenministerium ist man besorgt. „Schreckschusswaffen bieten keinen wirkungsvollen Schutz gegen mögliche Angriffe, sondern tragen in Konfliktsituationen nur zur Eskalation und Selbstjustiz bei“, warnte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Die Wirkung dieser Waffen sei zudem unkalkulierbar. Schüsse können zu schwersten Verletzungen führen. In Anklam war im Dezember 2015 ein Mann gestorben, nachdem aus nächster Nähe mit einer Schreckschusspistole mehrfach auf ihn geschossen worden war.

Der Weg zum Kleinen Waffenschein ist einfach: Der Bewerber muss lediglich einen Antrag bei der zuständigen Behörde des Landkreises ausfüllen und volljährig sein. Für den bloßen Erwerb von Schreckschusswaffen im Handel braucht man keinen Schein. Solange die Waffe nur zu Hause aufbewahrt wird, muss sie nicht registriert werden.

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