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Marnitz : Nach Messerattacke: Eltern fordern Schulverbot

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Der Schock nach der Messerattacke in Marnitz, bei der am späten Freitagabend ein 14-Jähriger bei einer Rangelei auf einen 21-Jährigen eingestochen und ihn dabei verletzt haben soll, sitzt tief.

svz.de von
erstellt am 16.Nov.2011 | 10:58 Uhr

Marnitz | Der Schock nach der Messerattacke in Marnitz, bei der am späten Freitagabend ein 14-Jähriger bei einer Rangelei auf einen 21-Jährigen eingestochen und ihn dabei verletzt haben soll (SVZ berichtete), sitzt tief. Auch in der Schule im Ort, in der der Junge die 8. Klasse besucht, und die mit dem Vorfall direkt nichts zu tun hat. Er sei bisher ein "Lieber", war gestern zu erfahren, auch, dass er bisher nie auffällig gewesen sei. Zwischenzeitlich haben jedoch einige Eltern reagiert, forderten, dass der Junge von der Schule verwiesen wird. Wird er es nicht, dann wollen sie ihre Kinder daheim behalten.

Für die Angst der Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder hat man in der Schule vollstes Verständnis. Frank Haupt, stellvertretender Schulleiter und gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde: "Der Vorfall hat sich jedoch nicht in der Schule ereignet. Nach dem Schulgesetz haben wir also keinerlei Möglichkeiten , zu Maßnahmen, wie etwa einem Schulverweis, zu greifen." Den Jungen von der Schule zu weisen, so Haupt, könne nicht der Weg sein. Vielmehr versichert die Schulleitung, dass die Lehrer ein Auge auf den 14-Jährigen Marnitzer haben und dafür sorgen werden, dass die Kinder und Jugendlichen geschützt sind.

Inzwischen sei mit den Kindern dahingehend gesprochen worden, dass sie sich im Falle strafrelevanter Vorkommnisse zeitnah an einen Lehrer ihres Vertrauens wenden bzw. ihre Eltern ins Vertrauen ziehen sollten. Aus aktuellem Anlass waren die Elternvertreter von Klasse eins bis zehn gestern Abend zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. "Wirklich eine reine Informationsveranstaltung", betont Haupt, "die wir nicht als Diskussionsgrundlage verstehen wollen." Die Schule sei weder Jugendamt, noch Polizei oder Staatsanwaltschaft. Frank Haupt, der sich wie seine Kollegen wieder Ruhe und Normalität wünscht: "Wir sind mit den zuständigen Behörden in Kontakt. Was aber am Freitag Abend wirklich geschehen ist, das wissen wir nicht."

Auch der Schweriner Oberstaatsanwalt kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts zum Fall sagen. Nur so viel: Untersuchungshaft sei für den 14-Jährigen nicht angeordnet worden, weil die "sehr, sehr strengen Kriterien" für eine Haft von unter 16-Jährigen in diesem Fall nicht gegeben waren.

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