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Herd nicht ausgeschaltet : Nach Küchenbrand obdachlos

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Sechs Personen leicht verletzt, darunter drei Kinder

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 20:00 Uhr

Bei einem Küchenbrand am späten Dienstagabend wurden in der Kreisstadt sechs Personen leicht verletzt – zwei Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar.

Es war gegen 22.30 Uhr am Dienstagabend, als die Freiwillige Feuerwehr Parchim zu einem Wohnungsbrand in den Sägereiweg gerufen wurde. In einem mehrstöckigen Haus war in der ersten Etage in der Gemeinschaftsküche einer Wohngemeinschaft das Feuer ausgebrochen.


Heißes Fett entzündete sich in einer Pfanne


Wie Polizeisprecher Klaus Wiechmann gestern bestätigte, leben hier deutsche und syrische Personen gemeinsam und haben nach ersten Erkenntnissen das Abendessen zubereitet. Ein 19-jähriger hatte nach dem Kochen vergessen, den Herd auszuschalten. Auf diesem stand noch eine Pfanne mit heißem Fett, welches sich entzündete.

„Dadurch haben der Herd sowie die Abzugshaube Feuer gefangen. Während der junge Mann mit Kleidungsstücken noch versuchte, das Feuer zu löschen, haben währenddessen andere die Feuerwehr alarmiert“, so Klaus Wiechmannn.

„Als wir ankamen, war das Haus voller Rauch, die Mieter wurden bereits durch die Polizei evakuiert. Wir haben das Feuer mit einem Schnellangriff ruckzuck löschen können“, erzählte Frank Lampe, der stellvertretende Stadtwehrführer. Starker Rauch und viel Ruß sorgten dafür, dass nur unter Atemschutz agiert werden konnte. Nach rund 45 Minuten konnten die 26 Kameraden wieder ins Gerätehaus abrücken.

Insgesamt mussten aus der Kellerwohnung sowie aus der ersten und zweiten Etage 14 Personen vorläufig evakuiert werden. Während eine Mutter mit ihren drei Kindern im Alter von 7, 9 und 14 Jahren leicht verletzt ins Krankenhaus kam, wurden zwei Bewohner der Wohngemeinschaft vor Ort wegen des Verdachts einer leichten Rauchgasvergiftung behandelt. Einer Einlieferung ins Krankenhaus hatten sie widersprochen.

Noch in der Nacht war auch der 1. Stadtrat Frank Schmidt vor Ort und bot die Hilfe der Stadt Parchim an. Dies wurde jedoch nicht nötig, da die in der Nachbarschaft wohnende Hausbesitzerin Unterkunft für die Personen der Wohngemeinschaft gewährte und die Mutter mit ihren Kindern im Krankenhaus blieb. Gestern hatten sich dann alle betroffenen Mieter neue Unterkünfte gesucht.

Die Beamten des Kriminaldauerdienstes nahmen noch in der Nacht die Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung auf. Wie unsere Redaktion erfuhr, sollen sich in dem Rauchmelder keine Batterien befunden haben, so dass diese auch nicht anschlagen konnten. Den Sachschaden bezifferten die Beamten auf etwa 15 000 Euro. Der Betrieb der Arztpraxis im Erdgeschoss lief am Mittwoch ohne Einschränkungen weiter.

 


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