zur Navigation springen

Theater Parchim : Mühle bleibt im Dornröschenschlaf

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Umbau zum Theater könnte 2020 beendet sein. Noch ist die Raumaufteilung nicht abgesegnet. EU-weite Ausschreibung

von
erstellt am 26.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Manche Mühlen mahlen eher langsam: Realistisch betrachtet wird sich wohl vor 2020 kein Vorhang in der neuen Theatermühle an Parchims Fischerdamm heben. Das ist eine harte Prüfung für das spielfreudige Ensemble des Jungen Staatstheaters Parchim, liegt aber am Verfahren.

Viele Hürden sind schon genommen auf dem Weg von der bisherigen – baubehördlich teilgesperrten – Spielstätte in der Blutstraße zum neuen Theater. Mittlerweile fusionierten die Schweriner und die Parchimer Bühne. Das Land sagte in einer Zielvereinbarung fünf Millionen Euro für die Theatersanierung zu, fünf Millionen zahlt der Landkreis, der auch die alte Elde-Mühle kaufte.

Der Teufel liegt wie immer im Detail. Natürlich kann auf Steuerzahlers Kosten nicht einfach losgebaut werden. Der erste Schritt ist ein tragfähiges Konzept der Raumaufteilung. Das allerdings dauert manch Beteiligten schon viel zu lange.

CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Waldmüller sieht den Ball im Spielfeld des Bildungsministeriums: „Hier haben alle Beteiligten ihre Hausaufgaben gemacht. Wir warten jetzt auf die genehmigte Konzeption.“ Weike-Helene Bandlow, Referentin im Bildungsministerium zum Verfahrensstand: „Im Ministerium liegen erste Unterlagen vor. Der Geschäftsführer des Mecklenburgischen Staatstheaters ist beauftragt, weitere prüffähige Unterlagen nachzureichen.“ Im Klartext: Die Hausaufgaben müssen nachgearbeitet werden.

Wenn die Landesregierung die Bühne freigibt, wird es nach jetzigen Informationen wohl eine EU-weite Ausschreibung geben. Landrat Rolf Christiansen favorisiert einen Generalunternehmer, der die Mühle schlüsselfertig übergibt. Ausschreibung und Auftragsvergabe könnten 2017 passieren. Der 2. stellvertretende Landrat Günter Matschoß rechnet dann mit mindestens zwei Jahren Bauzeit.

Kommentar: Schauspieler ohne Heimat
Die Theaterleute sind nicht zu beneiden. Es wird noch einige Jahre dauern, bis sie endlich wieder festen Bühnenboden unter die Füße bekommen. Wunderbar ist, wie sich das Ensemble trotzdem in die Herzen der Zuschauer im gesamten Landkreis spielt. Der zusätzliche Aufwand der Wandertätigkeit lässt sich wohl auch nur mit einer gesunden Perspektive ertragen. Halten wir fest: Die zugesagten fünf Millionen vom Land sind nach der Wahl noch nicht einkassiert worden. Das geht auch kaum, stünden die handelnden Regierungsvertreter in solch einem Fall doch blamiert da. Die Theaterfusion ist ebenfalls unter Dach und Fach. Dass allerdings die Raumaufteilung so lange dauert, verwundert.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen