Hengststation Schmidt in Neu-Benthen : Mit viel Herz Warmblüter gezüchtet

Hat ein gutes Händchen bei Pferden: Heiko Schmidt streichelt Montelini, dem Schwarzbraunen seiner Frau Kathrin, ruhig über die Nüstern. Neben ihr Reiter Paul Wiktor vom Landgestüt Redefin auf seinem Fuchs Stanley. sabrina panknin
Hat ein gutes Händchen bei Pferden: Heiko Schmidt streichelt Montelini, dem Schwarzbraunen seiner Frau Kathrin, ruhig über die Nüstern. Neben ihr Reiter Paul Wiktor vom Landgestüt Redefin auf seinem Fuchs Stanley. sabrina panknin

Seit vielen Jahren gibt es die Hengststation Schmidt in Neu-Benthen - ein begehrter Anlaufpunkt für Pferdebesitzer. Denn Heiko Schmidt züchtet nicht nur Pferden, sondern bildet sie auch zu Sportpferden aus.

svz.de von
04. Juli 2012, 11:25 Uhr

Neu-Benthen | Gefühlvoll streichelt Heiko Schmidt Montelini über die Nüstern. Nur langsam traut sich das Pferd Hufe für Hufe voran. Auf seinem Rücken trägt das schwarzbraune Warmblut Kathrin Schmidt. Ihr Mann Heiko bleibt ruhig und gelassen, zieht Montelini langsam am Halfter ein Stückchen vor. Erst jetzt wird der Schwarzbraune neugierig, reckt stolz den Kopf nach vorn, stellt die Ohren auf. Der Fuchs neben ihm hat die Ohren ebenfalls aufgestellt - nicht ganz so scheu, eher neugierig, zeigt sich Stanley von Beginn an. Auf seinem Rücken trägt Stanley stolz seinen Reiter Paul Wiktor vom Landgestüt Redefin.

Der junge Sportler ist einer von vielen jungen Sportlern, mit denen Heiko Schmidt gern arbeitet. Der Neu-Benthener selbst sattelt immer wieder auf. Steigt in den Steigbügel, schwingt sich auf eines seiner Pferde. Es sind vor allem Pferde aus seiner eigenen Zucht - von der Hengststation Schmidt in Neu-Benthen. Die Warmblüter sind Nachkommen des begehrten Hengstes Cellestial - das Aushängeschild der Hengststation Schmidt. "Cellestial ist ein Ausnahmehengst, hinter dem andere Pferdebesitzer hinterher sind", erklärt Heiko Schmidt. Die Hengststation entwickelte sich langsam - Stück für Stück. Doch mittlerweile züchtet Familie Schmidt erfolgreich viele Warmblüter. "Die Samen von Cellestial sind international gefragt." Diese werden per Post verschickt. Heiko Schmidt arbeitet in ganz Deutschland mit vielen Tierärzten deshalb zusammen.

Doch Heiko Schmidt bleibt nicht nur bei der Zucht von Pferden. Er selbst bildet sie auch zu Sportpferden aus. Mit dem Pferdeanhänger geht es dann durch ganz Deutschland zu Turnieren, auch nach Dänemark, Belgien, Holland oder in die Schweiz. Heiko Schmidt kann seine Erfolge nicht mehr zählen. Aber darum geht es ihm nicht. "Siege sind wichtig. Wenn unsere Pferde nicht auf einen der ersten drei Plätze landen, machen wir Minus", verdeutlicht der Pferdezüchter.

Deshalb bleibt es auf dem rund 250 Hektar großen Gelände in Neu-Benthen nicht allein bei Sport und Zucht. Familie Schmidt betreibt nebenbei immer noch Landwirtschaft. Das war einst der Ursprung des Hofes. "Unser Hof war erst ein landwirtschaftlicher Betrieb mit ein paar Ponys. Mit der Zeit kristallisierte es sich heraus, dass wir mehr auf Pferde setzen", so Heiko Schmidt.

Die Arbeit mit Sportpferden ist nicht leicht, deshalb verzichtet die Familie darauf Pensionspferde aufzunehmen oder Reiterferien anzubieten. "Jedes Pferd ist anders, hat andere Eigenschaften. Braucht seine Zeit. Und nicht jedes Pferd ist für den Sport geeignet", erklärt der Züchter. Heiko Schmidt kennt sich aus, ist er doch mit den Warmblütern aufgewachsen. Eine andere berufliche Richtung wollte er nie einschlagen. "Wer in einer Familie groß wird, in der es den Pferdebazillus gibt, kann gar nichts anderes machen wollen", sagt er und lächelt. Da verwundert es nicht, dass selbst die fünfjährige Anni-Charlott auch schon fest im Sattel sitzt. "Ich will ihr aber nichts aufdrängen. Meine Tochter soll selbst entscheiden, ob sie reiten will."

Viel Arbeit liegt jeden Tag vor dem Neu-Benthener. Die ganze Familie packt mit an - ein richtiges Familienunternehmen ist es geworden. Doch den Spaß hat Heiko Schmidt nie verloren. "Bei der Ausbildung der Pferde versuche ich vieles locker anzugehen. Doch die meisten Besitzer wollen ihre Pferde schnell ausgebildet haben, das geht nicht", erklärt der Züchter. Viermal im Jahr fahren sie zu Turnieren, auf ihrem eigenen Hof veranstaltet die Familie Hengst- und Stutenschauen. Das müssen sie auch, um weiterhin Pferde zu verkaufen. Denn auch davon hängt die Existenz der Hengststation Schmidt ab.

Der Klang von Hufen hallt in Neu-Benthen jeden Tag über den Hof. Züchter Heiko Schmidt selbst zieht es immer wieder auf den Rücken der Pferde - für viele Jahre noch.

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