Ruhner Berge : Mit Verspätung ins schnelle Netz

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Wemag und Landkreis jubeln über Lichterfeste in Siggelkow und Ruhner Berge, doch Anschluss wurde schon vor 19 Wochen versprochen

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25. Februar 2020, 20:00 Uhr

„Licht an! Kleines Lichterfest der Gemeinden Ruhner Berge und Siggelkow“, informierte die Wemag Mitte Februar. Und weiter: „Nachdem im vergangenen Jahr bereits einige Gemeinden feiern konnten, wurden nun auch in den Gemeinden Ruhner Berge und Siggelkow Privat- und Geschäftskunden der Wemag an das Wemacom-Glasfasernetz angeschlossen.“

Wemag-Vertriebsleiter Michael Hillmann und Mitarbeiter Reiner Benesch nahmen gemeinsam mit Hans-Jürgen Buchholz, Bürgermeister der Gemeinde Ruhner Berge, (v.l.n.r.) das Wemacom-Glasfasernetz für weitere Privat- und Geschäftskunden in Betrieb.
WEMAG/Kühnapfel
Wemag-Vertriebsleiter Michael Hillmann und Mitarbeiter Reiner Benesch nahmen gemeinsam mit Hans-Jürgen Buchholz, Bürgermeister der Gemeinde Ruhner Berge, (v.l.n.r.) das Wemacom-Glasfasernetz für weitere Privat- und Geschäftskunden in Betrieb.
 

Verzögerung um mehr als vier Monate

Nicht erwähnt wurde in dieser Mitteilung allerdings, dass der Anschluss in diesen und anderen Gemeinden schon für die erste Oktoberwoche 2019 angekündigt wurde. Bereits auf der Sitzung des Kreistags am 26. September gab es, wie berichtet, Beschwerden über monatelange Verzögerungen beim Anschluss an das schnelle Internet. Nun hat die Wemag die Anschluss-Termine für die einzelnen Gemeinden ganz von ihrer Website genommen.

„Es ist richtig, dass wir von Juli bis Oktober 2019 auf unserer Internetseite eine Auskunft über die Anschaltzeitpunkte der Gemeinden angeboten haben“, erklärte die Presseabteilung des Unternehmens auf Nachfrage. „Leider ist es nicht immer möglich, eine komplette Gemeinde gleichzeitig ans Glasfasernetz anzuschließen.“ Dafür gebe es verschiedene Gründe, wie Kunden, die sich erst nach der Planungsphase für einen Anschluss entschieden hätten oder ihre Rufnummern mitnehmen wollen. „Auch diverse unvorhersehbare Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss haben, können den Bauablauf und damit auch die Anschaltung beeinflussen – beispielsweise extreme Witterungsbedingungen, langwierige Genehmigungsverfahren oder Beschädigungen an unserem Netz durch Fremdeinwirkung.“ Stattdessen würden die Kunden nun in persönlichen Anschreiben über ihren Anschaltzeitpunkt informiert. Außerdem könnten sie auch unter der 0385/7553755 oder unter internet@wemag.com Informationen erhalten.

Landwirtin berichtet von ihren Erlebnissen mit dem Anschluss

Einen Eindruck, wie es wirklich vor Ort läuft, vermittelt dagegen der Bericht von Ve Spindler, Bio-Bäuerin auf dem Siebengiebelhof Drenkow. Auch Drenkow sollte bereits in der ersten Oktoberwoche 2019 ans schnelle Datennetz angeschlossen werden. „Von unseren zwei Häusern im Dorf ist eins angeschlossen, unser Haupthaus aber noch nicht“, so Spindler.

Ve Spindler
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Bio-Bäuerin Ve Spindler vom Siebengiebelhof Drenkow.
 

Als sie deshalb bei der Wemag nachgefragt habe, hieß es, es fehlten für den Anschluss noch notwendige Kästen im Haus. Daraufhin erklärte die Landwirtin, die Kästen seien schon vier Wochen zuvor im Haus angebracht worden. Einige Tage später kam eine Baufirma auf den Siebengiebelhof, protokollierte, dass die Kästen da sind und schickte das Protokoll an die Wemag. Die Mitarbeiter hätten erzählt, dass sie mit dieser Nachprotokollierung derzeit ihre Tage verbringen. Die mit dem Einbau der Kästen beauftragte Firma habe es offenbar versäumt, den Einbau der Kästen zu protokollieren und damit die Information für die weiteren Schritte auf dem Weg zur schnellen Datenautobahn an die Wemag weiterzuleiten.

Fast die Hälfte der Kunden in den ersten drei Projektgebieten noch nicht am Netz

„In den drei Projektgebieten des ersten Calls sind mittlerweile 2972 Kunden online“, informierte Rüdiger Falk, Breitbandkoordinator des Landkreises. „2029 Kunden sind in der Bereitstellungsphase und werden bis Ende März vertragsgerecht angeschaltet“, kündigt er an. Zum ersten Call gehören die Gemeinden im Kreis, wo mit dem Breitbandausbau schon begonnen wurde. Foto: K. Frick


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