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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 05:08 Uhr

Parchim : Mit Stadtgeschichte begeistern

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dr. Sven-Hinrich Siemers neuer Leiter des Parchimer Museums. Erfahrener Mann schätzt „Living History“ und will Akzente setzen.

von
erstellt am 20.Okt.2017 | 21:00 Uhr

So viel geballte Geschichte auf engem Raum hat Dr. Sven-Hinrich Siemers in seinem Berufsleben als Historiker auch noch nicht gesehen. „Auch nach knapp drei Wochen habe ich längst noch nicht alle Stücke in Augenschein nehmen können“, sagt der 48-Jährige, der Anfang Oktober den Staffelstab als Leiter des städtischen Museums von Wolfgang Kaelcke nach 35 Jahren im Amt übernommen hat. „Eins steht fest, hier wurde fleißig gesammelt“, meint der erfahrene Museumsexperte. Als er gehört hatte, dass die Stadt Parchim eine unbefristete Stelle für einen Museumsleiter ausgeschrieben hat, war es für Dr. Siemers keine Frage, sich zu bewerben. „Die Aufgabe ist reizvoll, schließlich findet man selten eine Stadt, die nicht nur über ein etabliertes Museum verfügt, sondern in absehbarer Zukunft sogar eine komplett neue Sammlung in der noch umzubauenden Kulturmühle plant“, meint Dr. Siemers. Und auch der Norden hat es dem Mann, der in der Kaiserpfalz an der Bergstraße geboren und im Odenwald aufgewachsen ist, angetan. 1990/91 hat er seine Bundeswehrzeit in Eutin verbracht, danach in Mainz studiert, in Paderborn als Volontär erste museale Erfahrungen gesammelt, später für zwei Jahre ein Freilichtmuseum am Bodensee geleitet und schließlich das Regionalmuseum in Wolfshagen (Hessen) übernommen. Dort hatte er mit seinen Vorstellungen zur „modernen Führung eines im ländlichen Raum verwurzelten Museums“ überzeugt. Nachdem er sich in seinen Studien schwerpunktmäßig mit dem Mittelalter und der Neuzeit beschäftigt hat, wurde „Living History“ (gelebte Geschichte) zu seinem Steckenpferd. Dahinter verbirgt sich das Konzept, historische Stätten regelmäßig mit Leben auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu füllen. Auch als Leiter des Sauerländer Besucherbergwerkes (2014-2017) setzte Dr. Siemers seine Erfahrungen in Sachen Museums-Events erfolgreich um. „Es gilt Begeisterung zu nutzen, um Bildungsangebote an die Besucher zu bringen“. Dies ist bekanntlich auch für das neue Parchimer Museum angedacht.

„Die Parchimer Geschichte ist beispielhaft. Die Vorarbeiten des Museumsteams der vergangenen Jahre und das Engagement ehrenamtlicher Forscher des rührigen Heimatbundes bieten viel Potenzial“, ist sich der neue Museumsleiter sicher. Vor allem die Themen „DDR-Wirtschaft“ und „Persönlichkeiten“ könnten aus Sicht Dr. Siemers im Fokus der Stadtgeschichtsforschung stehen. Und eine Frage geht dem neuen Mann seit seinem ersten Arbeitstag in Parchim durch den Kopf: „Welches Exponat hat vor Ort ein solches Alleinstellungsmerkmal, dass es Besucher aus nah und fern unbedingt einmal sehen wollen und damit ins Museum kommen?“.

Zunächst ist die Familie nach Lancken gezogen, weil sich in Parchim noch keine passende Wohnung fand. „Wir haben bereits viele nette Leute kennen gelernt. Man spürt die Rückendeckung und das Engagement der Stadtverwaltung für das Museum“, freut sich Dr. Siemers.
 

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