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Porträt : Mit Pinsel und Farbe das Dorf gestalten

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

SVZ-Serie „Mutbürger“: Die vielseitige Grebbinerin Julia Ginsbach setzt sich auf kreative Weise für das kulturelle Leben in ihrer Wahlheimat ein

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 12:00 Uhr

„Erst mit vierzig bin ich wohl erwachsen geworden“, das behauptet die Kinderbuchillustratorin Julia Ginsbach aus Grebbin von sich. „Ich glaube, ich habe das Kind in mir nie richtig abgelegt“, ergänzt die heute 50-Jährige im SVZ-Interview. Wer aber nun denkt, mit ihr habe man eine unentschlossene Kindsfrau vor sich, der täuscht. Denn die über die Region hinaus bekannte Künstlerin Julia Ginsbach ist eine willensstarke Person, die bisher viel erreicht hat und nach eigener Aussage „viel vom Leben will.“


Neues Zuhause in
Mecklenburg gefunden


Vor einigen Jahren zog sie mit ihren Kindern in das alte Pfarrhaus neben der Grebbiner Feldsteinkirche. Fernab des Trubels, inmitten einer malerischen Landschaft, fühlt sich die gebürtige Darmstädterin inzwischen zuhause. Hier auf dem Land wolle sie Wurzeln schlagen und eines Tages alt werden.

Zugezogene wie sie haben es bekanntlich nicht immer leicht mit den Einheimischen eines kleinen Dörfchens. „Klar, zwischen Freude und Sympathie, gab es auch Verunsicherung und Misstrauen bei den Leuten“, erinnert sie sich. Das Eis breche aber nun auf und das freut sie.

In jungen Jahren studierte Julia Ginsbach Lehramt, bis der Entschluss fiel, das geliebte Hobby zum Beruf zu machen. Seit ihrer Kindheit zeichnete sie gern. Heute hat sie bereits 150 Kinderbücher verschönert. Die talentierte Neu-Grebbinerin ist viel unterwegs, um diesen Traum zu leben. Der Hauptgrund dafür heißt „Tafiti“ und ist ein Erdmännchen. Seit 2013 arbeitet sie erfolgreich mit der Autorin Julia Boehme an der populären Kinderbuchreihe des Loewe-Verlags. „Tafiti ist mein Leben“, so die die Illustratorin über die possierliche Figur, die als Stofftier auf dem Klavier stehend, ebenfalls ein Zuhause in Grebbin fand.


„Das Zeug, zu einem
besseren Ort zu werden“


Ginsbach, die alles andere zu sein scheint, als eine stille Einzelgängerin, trägt einen erheblichen Teil zum Aufleben der Grebbiner Dorfgemeinschaft bei. „Grebbin hat gutes Zeug zu einem besseren Ort zu werden. Zur Zeit passiert ganz viel“, sagt die fünffache Mutter, die das Potential der 500-Seelen-Gemeinde kennt und sich für ein aktives Dorfleben starkmacht. Das Spielplatzprojekt sei ein Beispiel, erzählt Julia Ginsbach begeistert von dem Einsatz der Bewohner für einen Treffpunkt, der künftig Generationen zusammen bringen soll. Um Spenden zu sammeln, fand 2016 u.a. ein Benefizkonzert mit Heinz Rudolf Kunze statt. Julia Ginsbach lud den Rockmusiker nach Grebbin ein.

Den Zusammenhalt beschreibt Ginsbach als eine Art Studentenbewegung: „Vieles entsteht, weil wir hier lebendig sind und miteinander reden. Wenn die Leute mitmachen, ist es ganz toll.“

Als zweite Vorsitzende im Grebbiner Kunst- und Kulturverein bringt sie stets neue, kreative Ideen voran, um das Miteinander zu fördern.

Da sie selbst große Freude am Singen habe, organisierte sie beispielsweise ein Weihnachtskonzert für alle in der Grebbiner Kirche. Auch bei den Aktionen zu Kunst offen 2017 an Pfingsten ist Ginsbach mit dabei. „Ich mache nichts, was ich nicht selbst auch gern mache und ich dränge mich nicht auf, sondern mische mich dann ein, wenn man mich um Hilfe bittet“, sagt die Malerin. Ihr künstlerisches Talent nicht nur zum eigenen Broterwerb auszuschöpfen, sondern es ehrenamtlich einzusetzen, gehört zu Julia Ginsbachs Selbstverständnis. „Meine Gabe Musik zu machen und Bilder zu zeichnen, den Leuten damit Mut zu machen, betrachte ich als gesellschaftlichen Auftrag.“





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