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Jericho auf der Bühne : Mit Musik gegen Mauern gespielt

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

In nur einer Woche studierten die Kirchgemeinden rund um Goldberg ein Kindermusikal mit fast 50 Mitspielern ein

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2014 | 17:40 Uhr

Bevor jemand sage, dass Musikal in der Zeitung falsch geschrieben sei, erklärt Pastor Kornelius Taetow, dass diese Schreibweise beabsichtigt sei. „Wir haben im Internet eine Seite eingerichtet. Um uns abzuheben, haben wir es mit K und nicht mit C geschrieben“, sagt der Mestliner Pastor. Gemeinsam mit seinen Amtsbrüdern Christian Banek (Woosten) und Christian Hasenpusch (Goldberg), den Gemeindepädagoginnen Astrid Taetow und Petra Güttler sowie der Plauer Kantorin Susann Marschallek und weiteren Helfern wurde das Musikal 2014 mit dem Titel „Jericho“ in nur einer Woche einstudiert.

Das Haus der Kirche in Groß Poserin war eine Woche lang Gastgeber für die rund 50 Akteure auf, vor und hinter der Bühne. Hier wurde Text gelernt, die Requisiten gebastelt und die Handlung einstudiert. „Erst hatten wir Einzelproben, die Band und der Chor getrenn, an den letzten zwei Tagen wurde zusammen geprobt“, erzählt Taetow. Da die Kinder und Jugendlichen eigentlich Ferien hatten, wurde die Probenzeit auf den Vormittag gelegt, der Nachmittag gehörte den Kindern. Da wurde gebadet, gespielt, getobt und man besuchte Mecklenburgs bekanntesten Indianer vom Damerower See, Wolfgang Kring. Nach fünf aufregenden und abwechslungsreichen Tagen war es soweit, die Anspannung lag in der Luft und das Bauchkribbeln nahm zu. Bei manchem sogar extrem, doch das legte sich schnell. Nele Peters, Jolie Wöhl, Merel de Baat und Tabea Banek, die auch als Gruppenhelferinnen agierten, eröffneten das Programm, bevor Tim Brinkmann auf der Bühne erschien. „Immer bin ich schuld, immer bekomme ich alles ab, diese Mauern um mich herum sind fürchterlich“, meinte er und machte damit deutlich, dass die Mauern von Jericho von vor 3000 Jahren im übertragendem Sinne auch heute noch bei einigen Menschen vorherrschen.

In der biblischen Geschichte führte Josua (gespielt von Lilli Westphal) das Volk Israel durch die Wüste nach Jericho. Die Mauern wurden auf Geheiß des Herrn an sieben Tagen umrundet und mit Trompetenklang zum Einsturz gebracht. Josua forderte sein Volk auf, dem Wort Gottes und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

Die verschiedenen Soli (u.a. Emma Gorowski, Lilli Westphal) sowie der Chor überzeugten in diesem Musikal ebenso wie die Band, die aus Hans Winter am Schlagzeug, Christian Banek am Bass, Merel de Baat und Hans Blumberg an den Gitarren sowie Eric Fischer und Kornelius Taetow an den Keyboards bestand. Bestechend die vielen und farbenfrohes Kostüme, die auch selbst gefertigt und genäht wurden. Allein diese Farbenpracht und der fröhlich klingende Chor des Volkes machte diese Aufführung zu einem Erlebnis und das zahlreiche Publikum (es mussten zusätzlich Sitzreihen aufgestellt werden) honorierte dies mit Applaus, welcher auch eine Zugabe einforderte.

Einen großen Anteil am Gelingen dieses Musikals 2014 hat Michael Ritter, der in der Propstei Parchim als Regionalreferent arbeitet. Er hat das Musikal von Gertrud und Dirk Schmalenbach musikalisch bearbeitet und sorgte auch für die komplette Technik, die bestens funktionierte. Gefördert wurde dieses Projekt vom Kirchenkreis Mecklenburg sowie vom Landkreis Ludwigslust-Parchim. Warum Musikal 2014? „Die Idee ist es, das Projekt zum regionalen Kirchentag 2016 in Parchim zur Aufführung zu bringen und die diesjährige Version ist eine Art Vorläufer“, erklärte Petra Güttler. Weitere Aufführungen: 5. September, 19 Uhr in Woosten und 7. September, 17 Uhr in Goldberg in „Köhlers Kurve“.

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