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Parchimer Pilzberater mit Leib und Seele : Mit Jürgen Gärtner in die Pilzsaison gestartet

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Ob Röhrling, Tintling oder Täubling - Jürgen Gärtner kennt sie alle beim Namen. Seit über 35 Jahren ist er nun schon als Pilzberater tätig und dank jährlicher Weiterbildungen kennt er sich in der Pilzwelt bestens aus.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:01 Uhr

Parchim | Ob Röhrling, Tintling oder Täubling - Jürgen Gärtner kennt sie alle beim Namen. Seit mehr als 35 Jahren ist der gebürtige Leipziger nun schon als Pilzberater tätig und dank jährlicher Weiterbildungen kennt er sich in der Pilzwelt bestens aus. Schon immer hat er sich für die Natur begeistert, doch auf die Pilze kam der 64-Jährige auf eine witzige Weise.

"Ich habe mich damals für einen Dauercampingplatz am Rätzsee beworben, doch zu DDR-Zeiten war es nicht so einfach auf den beliebten Plätzen unterzukommen. Da habe ich einen Winter lang Pilze gepaukt und machte schließlich meinen Pilzberater-Schein in Schwerin. Das hob mich von den anderen Bewerbern ab und so bekam ich meinen Lieblingsplatz", verrät Jürgen Gärtner, der heute in und um Parchim Pilz-Wanderungen anbietet.

Zusammen mit seiner Frau bildet der Experte ein eingespieltes Team. Mit einem Lächeln verrät er, dass eigentlich sie den besseren Blick für die Pilze habe - er sie aber erkenne. Besonders freut sich der 64-Jährige, wenn sein Lieblingspilz, der sogenannte Kiefern-Edelreizker, den Weg in sein Körbchen findet. "Der schmeckt einfach so gut", schwärmt Jürgen Gärtner und fügt hinzu: "Dieser Milchling wächst auf sandigen Böden, wie man sie in Richtung Grabow findet. Die Pilze reinige ich dann gleich trocken vor Ort und mache sie küchenfertig. Zu Hause kommen sie dann wie Schnitzel paniert in die Pfanne - einfach lecker."

Für alle, die schon jetzt in die Pilzsaison starten möchten, hat der Pilzkenner einen Tipp: Besonders in lichten Wäldern, in Parks und am Waldrand sind die Leckerbissen im Moment zu finden. Ab Ende September beginnt dann ihre Hochsaison. "In unserer Region haben wir wunderschöne und artenreiche Wälder. Wer lieber in Mischwäldern sucht, ist im Wockertal, im Buchholz und im Waldgebiet Sonnenberg genau richtig. Kiefernwälder gibt es in Garwitz, Slate und Siggelkow", verrät Jürgen Gärtner, dem der Erhalt der Vielfalt am Herzen liegt.

So weise er bei seinen Exkursionen immer darauf hin, nur junge, frische Pilze mitzunehmen und die alten als Sporen-Lieferanten stehen zu lassen. "Immer wieder beobachte ich, dass die alten Pilze mitgenommen werden, dabei schmecken die jungen Exemplare meist viel besser. Der Riesenbovist ist ein gutes Beispiel: Die Großen sind etwas für das Foto und die kleinen etwas für die Pfanne", erklärt der Naturfreund, der die Pilze auch gerne als das Fleisch des Waldes bezeichnet und für eine gute Pilzpfanne auch schon mal auf das Steak aus dem Supermarkt verzichtet.

Doch nicht alle Pilze sind so bekömmlich, wie Jürgen Gärtners Lieblingspilz der Kiefern-Edelreizker, und häufig komme es auch zu Verwechslungen. "Der weiße Giftchampignon ist immer häufiger ein Verursacher von Pilzvergiftungen. Er sieht seinem essbaren Verwandten sehr ähnlich und ist häufig auf gedüngten Böden, am Wegesrand, in Parks oder Gärten zu finden", erklärt der fachkundige Pilzberater. Erkennen lasse sich der Giftpilz, dass er gelb anlaufe, wenn man an seinem Stiel kratze und wenn der vermeindliche Champignon in der Pfanne einen Kabolgeruch verströmt, dann solle man besser die Finger von ihm lassen, rät der Experte.

Dank der landesweiten Unterstützung der Pilzberatungsstellen durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales gibt es in Mecklenburg flächendeckend Experten wie Jürgen Gärtner, die bei Fragen Rede und Antwort stehen.

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