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Parchimer Zeitung

20. Oktober 2017 | 20:17 Uhr

Schulprojekt : Mit Argumenten unschlagbar

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

48 engagierte Schulkinder beim 4. Streit-Schlichter-Camp im Freizeitheim „Pfarrhaus Damm“

von
erstellt am 06.Jun.2014 | 09:54 Uhr

Freiwilligkeit gilt nicht von ungefähr als Schlüssel der hiesigen Streitschlichter-Projekte. Und so kam auch das aktuelle Streit-Schlichter-Camp zustande, bei gerade 48 Mädchen und Jungen zwei überaus spannende Tage im „Pfarrhaus Damm“ verbrachten.

Das beliebte evangelische Freizeitheim sei nun schon zum 4. Mal Gastgeber für dieses vom Landkreis geförderte Schulungs- und Weiterbildungs-Angebot, freut sich Britta Gnadke vom zuständigen Fachdienst Jugend und hebt zugleich die Reichweite dieses Projekts hervor. Denn immerhin kommen die jugendlichen Teilnehmer aus acht Schulen zwischen Crivitz, Leezen, Parchim, Lübz und Plau am See. Sie vertreten dabei sämtliche Schulformen von Grund- über Regional- und Förderschulen bis hin zu Gymnasien und sogar einen Hort. Hinzu kommt noch ein Dutzend erwachsene Betreuer zumeist aus der Schulsozialarbeit und nicht zu vergessen vier freiwillige Helfer aus 9. Klassen vom Eldenburg-Gymnasium Lübz.
Sie alle haben sich vorgenommen, voneinander zu lernen, wie man mit Problemen konstruktiv umgehen und Konflikte gewaltfrei lösen kann. Das funktioniere in der Region schon seit etlichen Jahren prima, schätzt Gisela Fillbrandt, die hiesige Nestorin dieser „Bewegung“, ein. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich die Beteiligten freiwillig bei den in ihren Schulen meist als fakultative Arbeitsgemeinschaft von 6 bis 10 Kindern agierenden Streitschlichtern meldeten und bereit seien, deren Moderatorenrolle anzunehmen.

Die Praxis zeige, wie erfolgreich und nachhaltig diese Streitschlichtung wirke, wo Gleichaltrige unter sich quasi auf Augenhöhe miteinander reden, bestätigt auch Margit Bär aus der Förderschule Parchim, die in ihrem Workshop Hand in Hand mit Kollegin Sylvia Dolk klar stellt, dass Mobbing kein Fall für die Streitschlichter sei. Denn die moderierenden Mitschüler würden niemals Schiedsrichter sein und auch keinem der Beteiligten eine Schuld zuweisen. Es gehe immer darum, dass die „Streithähne“ sich einigen und am Schluss alle irgendwie „mit Gewinn“ aus der Situation heraus kommen.

Jener imaginäre „Gewinn“ dürfte sich wohl am ehesten als Baustein zur Persönlichkeitsentwicklung beschreiben lassen. Darauf jedenfalls scheinen Workshop-Themen wie „Die WWW-Fragen“ mit Olga Rumanyuk oder „Wahrnehmung –Vier-Ohren / Das Eisbergmodell“ mit Nicole Oschmann, Grit Köhn und ihren jugendlichen Helfern aus Lübz hinzudeuten. Darum, wie man sich als Hilfesuchender fühlt, ging es beim „Umgang mit (hier natürlich gespielten) Aggressionen“ bei Gisela Fillbrandt und Karin Hoffelner, während Andrea Vienhues ihrem Workshop ziemlich anschaulich nahe brachte: „Körpersprache – Du kannst auch ohne Worte sprechen“. Relana Derrath und Kim Pecksen schließlich erarbeiteten mit ihrer Gruppe kreative Ansätze von „ICH-Botschaften, um sich akzeptabel mitzuteilen“.

Dieser schon recht handhabbaren „Theorie“ folgten am nächsten Morgen praktische Fallbeispiele und schließlich „Feedback-Runden“, in denen alle Beteiligten ihre Eindrücke und Erkenntnisse noch einmal zusammenfassten. Man muss kein Hellseher sein, dass bei dieser Gelegenheit auch die zwischendurch immer wieder eingestreuten Freizeit-Erlebnisse eine Rolle spielten, denn dieses 4. Streit-Schlichter-Camp in Damm – das aller erste übrigens mit Übernachtung – war zugleich als Dankeschön für die überaus engagierten Mädchen und Jungen gedacht. So gab es beispielsweise attraktive Spielangebote für das hoch geschätzte Gemeinschaftsgefühl und nicht zuletzt den abendlichen Wander-Ausflug zum Jägerlehrhof im Nachbardorf Malchow jenseits des romantischen Flüsschens Elde, bei dem Anja Blanck und ihre Mitstreitern nicht nur einen unvergesslichen Mitmach-Parcours rund um Naturschutz und Jagd in Wald und Flur boten, sondern noch ein zünftiges Grillfest am Lagerfeuer obendrein.

Für die jugendlichen Streitschlichter dürfte dies alles ein Zeichen der Wertschätzung und nachhaltiger Ansporn für ihre wichtige Rolle unter Gleichaltrigen gewesen sein.



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