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Parchimer Zeitung

14. Dezember 2017 | 14:11 Uhr

Zweiter Anlauf : Misstöne um Musikgebühren

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Landkreis will Gebühren der Kreismusikschule erhöhen / Zuschüsse steigen weiter

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 16:26 Uhr

Im zweiten Anlauf soll es klappen: Der Landkreis will die Gebühren der Kreismusikschule erhöhen, weil der Zuschuss immer größer wird. Der Bildungsausschuss des Kreistages hatte das Vorhaben  im August 2015 gestoppt, der Haushalts- und Finanzausschuss eine Überarbeitung verlangt. Jetzt gibt es eine neue Vorlage, die ab nächster Woche in die Ausschüsse geht.

Die höheren Gebühren sollen 34 000 Euro einspielen, werden also die Zuschüsse des Kreises nicht spürbar senken. Die Kosten sind zu 50 bis 60 Prozent gedeckt. Fast 1,5 Millionen Euro bezahlt der Kreis für Volkshoch- und Musikschule, 300 000 Euro mehr als 2014. Die Nachfrage sei groß, das Angebot reiche nach wie vor nicht, sagt Landrat Rolf Christiansen (SPD). Im Jahr 2014 musste der Landkreis 68 731 Euro für die Musikschule zuschießen, 2015 waren es 729 600 Euro, im laufenden Jahr sollen es 929 900 Euro werden. Dafür hat der Landkreis der Musikschule seit Januar 2,75 zusätzliche Stellen spendiert.

Die Gebührenerhöhungen sind zum Beispiel bei der Musikalischen Grundausbildung, dem Instrumentenkarussell und dem Musikgarten vorgeschlagen. Aber auch der Einzelunterricht für Erwachsene wird teurer. Statt wie bisher 120 Euro (8 x 30 Minuten) sollen 127,95 Euro fällig werden. Die Preise für die 45-minütigen Kurse klettern dann von 165 auf 191,20 Euro. Der Jahresbeitrag für die Tanzwerkstatt würde von 231,60 auf 301,08 Euro angehoben. Der Einzelunterricht (45 Minuten) soll statt wie bisher 786,60 Euro künftig 828 Euro kosten. Die Erhöhung der Mietkosten für Instrumente soll zur anteiligen Deckung der stetig steigenden Kosten für Reparaturen und Neuanschaffungen beitragen. Die Mietgebühren werden stärker am Wert der Instrumente orientiert.

Weil Bernd Jagutzki, der Leiter der Kreismusikschule „Johann Matthias Sperger“ die Erhöhung auch damit begründet hatte, dass damit die steigende Nachfage reguliert werden könne, hatte es im Bildungsausschuss eine Diskussion um Gerechtigkeit gegeben. Es sei wichtig, möglichst vielen Familien den Zugang zu den Angeboten der Musikschule zu ermöglichen, so der Tenor.

Im September hatte dann der Haushalts- und Finanzausschuss nachgelegt, die Vorlage zurückgezogen und eine „aussagekräftige Kalkulation“ gefordert. Am kommenden Montag wird der Bildungsausschuss das Thema erneut diskutieren, am Donnerstag dann der Haushalts- und Finanzausschuss. Der Kreistag hat am 17. März das letzte Wort.

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