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Landrat Rolf Christiansen : „Mir geht es auch zu langsam“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nach turbulentem Kreistag: Landrat Rolf Christiansen stellt sich Fragen zum Theater, zur Südbahn und zur Feuerwehr

von
erstellt am 27.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ein kontroverses Themenpaket sorgte in den vergangenen Tagen für Diskussionen nach dem letzten Kreistag vor der Sommerpause (wir berichteten). Landrat Rolf Christiansen (SPD) geht der Umbau der Kultur-Mühle auch zu langsam voran, er will die Diskussion um die Zukunft der Feuerwehrtechnischen Zentralen FTZ wieder aufnehmen und auch mit der Landesregierung über die Südbahn reden. Christiansen stellte sich gestern den aktuellen Fragen im Landkreis.

Nachdem jetzt klar ist, aus welchen Landestöpfen die Fördergelder kommen, nimmt der Umbau der Theater-Mühle Fahrt auf. Der Fahrplan könnte so aussehen: Mitte September diskutiert der Kreisausschuss. Ende September könnte der Landkreis die Förderung anmelden und zum Jahresende die Unterlagen einreichen. Dann müsste europaweit ausgeschrieben werden, der Baubeginn könnte realistischerweise Ende 2018 sein. Der neue Mühlentheater-Vorhang würde sich dann mit Glück 2021 heben.

„Mir dauert das auch zu lange“, sagt Rolf Christiansen, sieht als Grund aber hauptsächlich die Komplexität des Vorhabens: „Verschiedenste Seiten haben sich auf Landesebene alles sehr genau angeguckt.“ Die neuen Räume für das Theater und das Parchimer Museum erforderten fachliches übergreifendes Handeln. Vor der Ausschreibung müssten zudem die Ansprüche der Fördermittelgeber geklärt und erfüllt werden. Der Landrat schätzt die Gesamtkosten des Vorhabens auf 20 bis 21 Millionen Euro. Fünf Millionen gibt das Land, den Rest müssen sich Landkreis und Stadt teilen.

Christiansen lobte noch einmal das Ensemble des Jungen Staatstheaters Parchim, in so einer schwierigen Situation so begeisternd zu spielen. Seit Anfang 2014 ist die Bühne in der Blutstraße aus baulichen Gründen gesperrt.

Dass die Südbahn im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte fährt, nur zwischen Parchim und Malchow nicht, wirft auch für Rolf Christiansen Fragen auf: „Natürlich werde ich das Gespräch mit der Landesregierung suchen.“ Christiansen betonte, er habe die Unterbrechung der Südbahn immer für eine „strategische Fehlentscheidung“ gehalten. Gleichzeitig warnte er davor, dass Seenplatte-Modell auf die Südbahn-Strecke von Parchim nach Malchow zu übertragen: „Auf vergleichbarer Grundlage lässt sich sagen: Ohne erhebliche Kreismittel ließe sich die Bahn nicht betreiben. Es ist ein Trugschluss, die Bahn ließe sich zu attraktiven Konditionen nur mit Landesmitteln betreiben.“ Christiansen habe auch angebliche Signale der Ministerpräsidentin, die Strecke wiederzubeleben, weder gesehen noch gehört.

Zum Ausbildungsverbot eines kritischen Feuerwehrmannes aus Grebbin (wir berichteten) wollte sich der Landrat nicht äußern: „Das ist eine Angelegenheit des Kreisfeuerwehrverbands.“ Allerdings bleibe die Diskussion um die Zukunft der Feuerwehrtechnischen Zentralen in Hagenow und Dargelütz weiter spannend. Rolf Christiansen: „Ich werde wieder zu Gesprächen einladen.“ Das Thema sei politisiert worden, deshalb habe der Landrat die entsprechende Beschlussvorlage auf dem Juni-Kreistag zurückgezogen.

Damals sorgte die favorisierte Variante für Streit. Sie sah vor, die technische Prüfung der Einsatzfahrzeuge und geräte in Hagenow zu konzentrieren, die Ausbildungsvoraussetzungen an beiden Standorten zu belassen und zu modernisieren. „Das war das Ergebnis einer Gesprächsrunde mit Wehrführern“, so Christiansen. Die deutlich höheren Fahrzeiten müssten die Kollegen nämlich zur Ausbildung zurückzulegen, während die technische Prüfung nur einmal pro Jahr stattfinde.

Das heiße Thema wird die Kreistagsgremien voraussichtlich noch in diesem Jahr erneut beschäftigen.

 

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