zur Navigation springen

Parchimer Verein engagiert sich : "Menschenhandel geht uns alle an"

vom

"Und wenn es Deine Schwester wäre?" - dieser Satz prangt auf den pechschwarzen Flugblättern der Menschenhandel-Initiative "The A21 Campaign" und er sagt für Heike Baumann alles aus, wofür diese Organisation steht.

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 11:31 Uhr

Parchim | "Und wenn es Deine Schwester wäre?" - dieser Satz prangt auf den pechschwarzen Flugblättern der Menschenhandel-Initiative "The A21 Campaign" und er sagt für Heike Baumann alles aus, wofür diese Organisation steht. "Man denkt immer Menschenhandel gäbe es schon gar nicht mehr und wenn dann nur in weit entfernten Ländern und bis vor fünf Jahren habe ich auch noch so gedacht, aber das ist wahrlich weit gefehlt", erklärt Heike Baumann, die die Ortsgruppe des Vereins in Parchim ins Leben rief.

Bei einem Aufenthalt in London lernte die Parchimerin eine Griechin kennen, die sie über den Menschenhandel in der heutigen modernen Welt aufklärte. "Sie erklärte mir, dass sie in ihrer Heimat auf das Problem aufmerksam wurde, weil sie hunderte Bilder vermisster Mädchen und Frauen am heimischen Flughafen hängen sah - sie alle waren verschleppt worden", erinnert sich Heike Baumann. Rund 27 Millionen junge Mädchen und Frauen seien weltweit betroffen - mehr als je zuvor. Ein Grund für die Parchimerin selbst aktiv zu werden, denn dies geschehe, so Heike Baumann, auch hier in Deutschland. Die Bundesrepublik gehöre sogar zu einem der größten Umschlagplätze für Menschenhandel weltweit.

"Begonnen hat mein Engagement mit einer monatlichen Spende für beispielsweise den Aufbau von Auffang-Häusern, medizinische, psychologische und juristische Betreuung der Opfer oder die Aufklärung in Schulen. Später schrieb ich dann Briefe an die Frauen und schickte ihnen Päckchen mit Aufmerksamkeiten", erklärt Heike Baumann ihr Engagement. Vor zwei Jahren entschied sie sich gemeinsam mit drei weiteren ehrenamtlichen Helfern, die Initiative zu präsentieren und öffentlich zu machen. So begannen sie auf Märkten Selbstgemachtes gegen eine Spende anzubieten und seit diesem Jahr gibt es an ihren Ständen eine sogenannte Frauenverwöhnzone. "Dieses Angebot wird von den Frauen sehr gut angenommen. Mit einer Maniküre verwöhnen wir sie und können gleichzeitig ganz ungezwungen über unser Anliegen sprechen", verrät Petra Mannfeld, die sich seit einem Jahr für die Gruppe stark macht. Sie ist eines von insgesamt acht Vereinsmitgliedern in Parchim und jedes weitere ist bei den engagierten Frauen immer herzlich willkommen. Heike Baumann pflegt einen engen Kontakt zu dem Dachverein "A21" und den Auffang-Häusern. Selbst hatte sie jedoch bislang nicht die Möglichkeit vor Ort anzupacken. Doch ihr Wunsch einen Teil beizutragen sei auch auf ihre 19-jährige Tochter übergesprungen, die während ihres Medizinstudiums ein Praktikum im griechischen Thessaloniki plant, den Griechenland sei neben der Türkei der erste Anlaufpunkt für die Menschenhändler.

Weitere Informationen über die "A21" und den Verein "Gemeinsam gegen Menschenhandel" erhalten Sie im Internet unter www.gemeinsam-gegen-menschenhandel.de. Den Verein in Parchim erreichen Sie über Heike Baumann unter der Telefonnummer 03871 727969.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen