Parchim : Mehr Roboter, mehr Freizeit?

Zwischen Stein- und Buchdruck: Die Reuterschüler vom Workshop „Gute Arbeit“.
Zwischen Stein- und Buchdruck: Die Reuterschüler vom Workshop „Gute Arbeit“.

Neuntklässler aus der Parchimer Reuterschule setzten sich in einem Workshop mit dem Wandel in der Arbeitswelt auseinander

svz.de von
06. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Sie sind zwischen 14 und 16 Jahre jung, haben die ersten Praktika absolviert und erste Orientierungsmessen besuch: Für die Neuntklässler der Parchimer Fritz-Reuter-Schule ist die Wahl ihres künftigen Berufs ein allzeit präsentes Thema. Die Eltern sind in dieser Hinsicht längst keine Vorbilder mehr, und die Generation der Großeltern gilt erst recht als altmodisch. 50 Wochenstunden in der Landwirtschaft zu malochen, zu nachtschlafender Uhrzeit aufstehen zu müssen, im Schichtbetrieb für wenig Geld zu arbeiten, Werkzeuge in die Hand zu nehmen, bei der Arbeit zu schwitzen oder gar schmutzig zu werden – diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.

„Gute Arbeit“ hieß der Workshop, den 16 Neuntklässler als bildungspolitische Maßnahme absolvierten. Er fand außerhalb des Schulunterrichts statt, die Neuntklässler wurden dafür freigestellt. Beim Workshop half Björn Kluger von „Arbeit & Leben MV“. In dieser Arbeitsgemeinschaft haben sich der Nordbezirk des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der Volkshochschulverband MV als Bildungsträger zusammengeschlossen.

Mit Interviews machten sich die Neuntklässler ein Bild früherer Tage und durchleuchteten den aktuellen Zustand der Arbeitswelt. Visionen und Wünsche kamen auf. Die Neuntklässler gehen davon aus, dass in der Zukunft zunehmend Roboter die Hausarbeit verrichten und zu mehr Freizeit verhelfen, die dann mit Reisen und Konsum gefüllt wird – „Arbeiten, um sich etwas leisten zu können“. Beruf und Familie werden leichter miteinander vereinbar sein als heutzutage. Die Arbeit in sozialen Berufen wächst ebenso wie die künftige Wochenarbeitszeit abnimmt. Björn Kluger: „Die Digitalisierung wird die künftige Arbeitswelt dramatisch verändern.“ Die Gruppenarbeit im Workshop mündete in Rollenspielen, die vom Mediengestalter Leo Lomaskyy per Videokamera dokumentiert wurden. Die Kernfrage dabei: Was kann ich von mir erwarten ? Ein Besuch im Hamburger „Museum der Arbeit“ ließ den Wandel der Arbeitswelt deutlich werden. Als Souvenir dazu brachten die Neuntklässler einen Steindruck und ein Plakat mit, das die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern veranschaulichte.

Betreut wurde der Workshop von der Lehrerin Petra Bahl.



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