Ludwigslust-Parchim : Mehr Ärzte und digitale Schulen

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SPD und Linke im Landkreis Ludwigslust-Parchim legen Zukunftskurs für Investitionen fest.

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18. November 2017, 16:00 Uhr

Parchim Am Montag startet der Landratswahlkampf, an diesem Tag präsentiert die CDU ihren Kandidaten für die Wahl Ende Mai 2018. Schon jetzt haben SPD und Die Linke auf Klausurtagungen ihre Schwerpunkte für die Zukunft gesetzt. Die Linke sieht den größten Handlungsbedarf bei Pflege und ärztlicher Versorgung. Die Sozialdemokraten setzen auf die millionenschwere Digitalisierung der Schulen.

Um das zu stemmen, fordert die SPD, die Mittel für Investitionen zu erhöhen – besonders für die Digitalisierung und Modernisierung der kreislichen Schulen und die Unterhaltung  und den Ausbau des Kreisstraßennetzes.

Von der im Haushaltsplanentwurf veranschlagten Erhöhung der Investitionen um zwei Millionen Euro (das entspricht etwa einem Prozent der Kreisumlage) soll eine Million Euro zusätzliche Eigenmittel in die Sanierung der kreislichen Straßen fließen, dann stehen insgesamt 4,4 Millionen Euro zur Verfügung. Für deren Unterhaltung sind noch einmal 2,7 Millionen Euro eingeplant, 1,6 Millionen Euro mehr als noch 2012.

Kreistagsfraktionschefin Dr. Margret Seemann: „Wir Sozialdemokraten unterstützen die Fortsetzung der maßvollen Erhöhung der Investitionen bei gleichzeitiger Absenkung der Kreisumlage.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stefan Sternberg ergänzt: „Zudem stellt uns die Digitalisierung und Modernisierung der kreislichen Schulen mit Gesamtausgaben von über 13,75 Millionen Euro in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen. Dies ist natürlich sehr viel Geld, jedoch aus meiner Sicht eine gute und richtige Investition in die Zukunft. Hier gilt: versprochen und gehalten.“

Die Linke im Kreistag sieht die ärztliche Versorgung und Pflege als Probleme. Die Zukunft beider Bereiche stehe vor erheblichen organisatorischen und gesetzlichen Veränderungen und Herausforderungen. Zur Klausur der Kreistagsfraktion wurden daher Fachleute eingeladen, so Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt.

So fordere nicht nur der momentane Ärztemangel heraus. Ärzte in der Kreisregion Parchim haben ein Durchschnittsalter von 53,7 Jahren, in der Region Ludwigslust von 55,8 Jahren. Bohnstedt: „Der Nachwuchsmangel im ländlichen Raum wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, sofern nicht schnellstmöglich gegengesteuert und über neue Lösungsmöglichkeiten für die Gewinnung und Unterstützung von Landärzten nachgedacht wird.“

Lange Wartezeiten auf Pflegeplätze, fehlendes und oftmals schlecht bezahltes Pflegepersonal oder das Verhältnis von häuslicher, ambulanter und stationärer Pflege seien weitere Herausforderungen. Diese würden durch neuen bürokratischen Aufwand für Pflegende und Verwaltung zusätzlich verkompliziert. Nicht nur die Politik auf Landesebene sondern auch auf Kreisebene müsse handeln.

Der pflegepolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Linken, Torsten Koplin, nahm besonders die von praktizierenden Ärzten vorgetragenen, konkreten Vorschläge zu deren bürokratischer Entlastung und praktischer Unterstützung auf.  Die Schlussfolgerungen sollen auch Eingang in die Arbeit der Kreistagsfraktion finden. So werden Fragen von Pflegekapazitäten, vorzuhaltendem Personal in der Kreisverwaltung zur Bewältigung des bürokratischen Mehraufwands sowie die Stärkung der Beratungsstruktur weiter zu begleiten sein. Insbesondere die unverzichtbare Arbeit der Pflegelotsen wird von der Fraktion geschätzt und müsse in Zukunft weiter erhalten und gestärkt werden.

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