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1519 Hektar vermessen : Marnitz hat sich neu geordnet

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Nach langem Hin und Her steht jetzt die Bodenordnung in Marnitz: Die 1519 Hektar sind in 845 Flurstücke eingeteilt. Wegebau, Dorferneuerung und Maßnahmen im ländlichen Raum haben rund 2,3 Millionen Euro gekostet.

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erstellt am 14.Jun.2013 | 06:26 Uhr

MARNITZ | Elf Jahre hat es gedauert und 26mal musste der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft tagen, bis die Bodenordnung in Marnitz jetzt unter Dach und Fach gebracht wurde. "Die gesamte Bodenfläche mit 1519 Hektar war für dieses Verfahren überdurchschnittlich groß", begründete Britta Rosan vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) aus Schwerin die Dauer der Maßnahme.

Eingeleitet worden war das Verfahren vom damals noch in Parchim ansässigen Amt für Landwirtschaft. Seitdem wurden aus 1530 Flurstücken 845 gemacht, "und mehr als die Hälfte ist vom Grundbuchamt bereits in die neuen Flurkarten eingearbeitet", lobte Rosan. Das Ziel, die Flurstücke neu zu ordnen, ihre Anzahl deutlich zu verringern und ihre Grenzen amtlich zu dokumentieren, sei nunmehr erreicht worden.

Zu Beginn waren die Bodenordnungsmaßnahmen noch auf breite Skepsis und gar Ablehnung gestoßen, weil die Grundstückseigner und Erbbauberechtigten hohe Kosten befürchteten. Rosan: "Die erste Informationsveranstaltung im Dezember 2001 war ziemlich turbulent." Doch allein für die Vermessungs-, Notar- und Grundbuchkosten kamen vom Land und der EU 90 Prozent Zuschüsse, den Rest übernahm die Gemeinde. Letztlich waren nur noch 25 Anregungen und Einwände zu berücksichtigen. Allerdings ist noch ein Klageverfahren anhängig.

Insgesamt haben Wegebau, öffentliche Dorferneuerung und Maßnahmen im ländlichen Raum rund 2,3 Millionen Euro gekostet. Allein der Bau von 24 Wegen mit einer Gesamtlänge von 9,7 Kilometern schlug mit mehr als 1,1 Millionen Euro zu Buche. Dafür brachte die Gemeinde einen Eigenanteil von fast 120000 Euro auf, meist für Beton-Spurbahnen. Größte Einzelmaßnahme dabei war die Pflasterung des Ruhner Damms mit Beton-Steinen (3,1 Kilometer) mit einem Gesamtaufwand von mehr als 700.000 Euro.

Im Rahmen der öffentlichen Dorferneuerung wurden insgesamt rund 835.000 Euro investiert, unter anderem in die Gehwegbeleuchtung, das Gemeindezentrum am Sportplatz und die Trauerhalle. Der Eigenanteil der Gemeinde hierfür belief sich auf fast 260.000 Euro. Überhaupt war es das hohe Ausmaß der kommunalen Eigenmittel, das die Aufnahme in das Bodenordnungsprogramm beschleunigte und bereits 2002 den Beginn der Maßnahmen erlaubte. Außerdem wurden im Rahmen privater Dorferneuerungsmaßnahmen wie Fassaden-, Dachsanierung oder Fensterbau für 61 Anträge Zuschüsse in Höhe von rund 430.000 Euro gewährt.

"Die Bodenordnung und Dorferneuerung sind in eine Zeit gefallen, als die Fördertöpfe noch prall gefüllt und die Gemeinde gut bei Kasse waren", freute sich Vorstandsvorsitzender Sieghard Wolf bei seinem Abschlussbericht. "Unser Dorf ist dadurch schöner und attraktiver geworden."

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