Parchim : Markower Mühlenteich bleibt ein Naturidyll

Die junge „Fischerin vom Mühlenteich“ stellt klar: Das Gewässer bleibt der Öffentlichkeit als Teil eines Gesamtkonzeptes weiter zugänglich.
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Die junge „Fischerin vom Mühlenteich“ stellt klar: Das Gewässer bleibt der Öffentlichkeit als Teil eines Gesamtkonzeptes weiter zugänglich.

Biologin Monique Pribbernow stellt der Parchimer Zeitung Konzept für Markower Mühle vor. Gewässer der Öffentlichkeit zugänglich

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30. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Markower Mühlenteich ist ein Juwel. In unmittelbarer Nachbarschaft zum idyllisch gelegenen Reetdachhaus am Rande Parchims ist er bei Spaziergängern und Freizeitanglern seit Jahrzehnten beliebt. Vor zwei Jahren kaufte eine junge Familie das Anwesen von der Stadt, um hier Schritt für Schritt ihren persönlichen und beruflichen Zielen näher zu kommen.

Der angehende Arzt Stefan Pribbernow (34) und die Biologin Monique Pribbernow (34), die in der Kreisstadt aufgewachsen ist, wollen ein allgemeinmedizinisches und naturheilkundliches Gesamtkonzept mit nachhaltiger Landwirtschaft umsetzen. Als vor zwei Wochen die Stadtvertreter mit knapper Mehrheit die Fischereirechte für den Mühlenteich an Monique Pribbernow vergaben, konnte sich die junge Frau nur für einen Moment darüber freuen. „Ich hatte kaum noch daran geglaubt, dass die Abgeordneten für meinen Antrag entscheiden würden. Dass ich daraufhin in der Öffentlichkeit und in sozialen Netzwerken diffamiert wurde, hat unsere Familie hart getroffen“, äußert sich Monique Pribbernow in einem Gespräch mit unserer Redaktion (deshalb mochte sie ihr Bild auch noch nicht in der Zeitung sehen) und räumt ein, „es war ein Fehler, dass wir unsere Pläne bislang nur hinter verschlossenen Türen vorgestellt haben“. „Der Mühlenteich bleibt offen für jedermann, ohne Zaun oder sonstige Einschränkungen. Es wird vor allem für Kinder eine begrenzte Zahl von Angelkarten ohne zusätzliche Kosten geben“, stellt die Inhaberin der Fischereirechte klar. Auch Gerüchten, dass hier eine intensive Fischzucht betrieben werden soll, erteilt sie eine eindeutige Absage. „Das Gegenteil ist der Fall. Die Fische, die sich in diesem überschaubaren regionalen Teich natürlich vermehren, werden für Patienten benötigt, die beispielsweise Probleme mit der Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel haben“, erklärt die Biologin. Wie sich das Ökosystem im Mühlenteich entwickelt, will sie nun erst einmal genau beobachten, bevor die junge „Fischerin vom Mühlenteich“ erstmals eine Reuse wie seit Jahrhunderten auslegt, um Schleie, Plötze, Hechte, Aale oder Karpfen zu fangen. Mit Werner Loch aus Hohen Sprenz (59) steht der jungen Frau, die erst noch praktische Erfahrungen sammeln muss, ein Fischer mit Leib und Seele zur Seite.

„Wir wollten mit unserem Gesamtkonzept längst weiter sein und haben die behördlichen Hürden unterschätzt. Auch die allgemeinmedizinische Praxis wird so früh wie möglich eröffnet. Wir sind aber abhängig von den Fördermittelzusagen der Kassenärztlichen Vereinigung“, gibt Monique Pribbernow zu bedenken. Die Familie hat weiter reichende Pläne: „Wir möchten das Areal des früheren Spielplatzes für die Ansiedlung einer-Wald-Kita verpachten. Dafür suchen wir engagierte Erzieher/innen, die sich gerne bei uns melden können“. Auch für Physiotherapeuten und Hebammen gebe es im Naturheilzentrum Markower Mühle Platz. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Patienten ihre Wartezeit auf einer Bank am Mühlenteich verbringen und entspannt in die Sprechstunde kommen“, meint die junge Frau. Den enttäuschten Anglern reicht sie die Hand: „Ich würde mich freuen, wenn wir künftig dennoch kooperieren.“ 

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