zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

17. Dezember 2017 | 22:44 Uhr

Parchim : Marathonlauf zum Sportbund

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchimer Geschäftsstelle am Sitz des Kreissportbunds Ludwigslust-Parchim bleibt geschlossen

Der Kreissportbund (KSB) gibt seine Präsenz in der Kreisstadt auf: Die Geschäftsstelle in der Dragoner Straße wird am 31. März geschlossen. Das gab KSB Geschäftsführerin Kriemhild Kant am vergangenen Montagabend in der Sitzung vom Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport bekannt. Pikant: Der Sportbund stellt den Kreistags-Ausschuss vor vollendete Tatsachen. Denn im Fenster am Haus der Jugend hängt schon längst ein Zettel mit dem Satz: „Die Geschäftsstelle in Parchim bleibt bis auf Weiteres geschlossen.“ Was das für Sportsfreunde aus Plau bedeutet, zeigt die Landkarte: Der Weg nach Ludwigslust ist mehr als 80 Kilometer lang – doppelte Marathonstrecke.

Kriemhild Kant: „Der Betrieb mit zwei Geschäftsstellen war nach der Kreisgebietsreform ohnehin nur ein Provisorium.“ Ab dem 1. April wird der Kreissportbund nur noch seine Geschäftsstelle in Ludwigslust aufrecht erhalten (Grabower Str. 8), wohin er im August 2016 gezogen war. Als Begründung für die Aufgabe der Parchimer Geschäftsstelle führte Kriemhild Kant an, dass mit drei hauptamtlichen Kräften ein geregelter Dienstbetrieb an zwei Standorten nicht zu leisten sei.

Im Ausschuss löste diese Mitteilung große Betroffenheit aus. Ausschussvorsitzender Stefan Sternberg nannte diese Entwicklung kontraproduktiv, weil sie vielen Ehrenamtlichen im Landkreis weitere Wege aufbürde. „Stattdessen sollten wir das KSB-Personal aufstocken.“ Die Aussichten sind laut Sternberg derzeit besonders günstig, weil die Landesregierung mehr Geld in die Fläche pumpen wolle und allein für zusätzliches Personal in den Sportverbänden und Vereinen 300 000 Euro bereitstellen wolle.

KSB-Geschäftsführerin Kriemhild Kant hatte berichtet, dass der Kreissportbund derzeit 238 Mitgliedsvereine zähle. „Wir werden in diesem Jahr die Schallmauer von 27 000 Mitgliedern durchbrechen.“ Der KSB werde ehrenamtlich von einem achtköpfigen Vorstand geführt. Die Jugendarbeit wird zusätzlich von einem fünfköpfigen Vorstand verantwortet. An hauptamtlichen Kräften stehe außer der Geschäftsführerin ein Vereinsberater und ein Jugendberater zur Verfügung. Das Team begreife sich als Event-Manager, Ideenlieferant, Netzwerker und Dienstleister. „Der Kreissportbund ist eine Heimstatt für Jung und Alt.“ Für den Zeitraum bis 2020 liegt laut Kriemhilde Kant ein sogenanntes Breitensportkonzept vor, das den Gesundheitssport im Landkreis flächendeckend ausbauen wolle. „Besonderen Fokus legen wir auf die Förderung junger Ehrenamtler.“ Für seine Arbeit sei das KSB-Team viel unterwegs. „Zu 80 Prozent der Vereine haben wir jedes Jahr persönlichen Kontakt.“ Außerdem bearbeite der Kreissportbund jährlich rund 500 Förderanträge seiner Mitgliedsvereine.

Nicht zu verachten seien außerdem die Dienstleistungen für die Kindertagesstätten im Landkreis. „Hier werden die Kinder auf den Schulsport vorbereitet und bereits Mitglieder für den Vereinssport gewonnen.“ Laut Kriemhild Kant werden jährlich bei 25 Veranstaltungen insgesamt rund 1000 Kinder in Bewegung versetzt und bei 50 Projekten 3800 Kinder betreut. „Allein unser Sportmobil kam mehr als hundertmal zum Einsatz.“ Außerdem werden ständig Übungsleiter ausgebildet. Das gesamte Spektrum der KSB-Aufgaben werde mit einem jährlichen Budget von 295 000 Euro geleistet. „Für die institutionelle Förderung von 40 000 Euro durch den Kreis sind wir sehr dankbar“, schloss Kreimhild Kant ihren Bericht.

Für Kritik sorgte gestern die Nachricht vom Rückzug aus Parchim bei der CDU. Fraktionschef Wolfgang Waldmüller nennt die Maßnahme „unhaltbar“ und einen „unverschämten“ weiteren Strukturabbau. Schließlich sei der Sitz des Sportbunds laut Satzung Parchim. Entsprechende Fragen Waldmüllers an Landrat Rolf Christiansen (SPD) seien unbeantwortet geblieben. Die CDU wolle jetzt direkt Kontakt mit den Sportvereinen aufnehmen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen