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Marnitzer Wetterdaten stellen klar : März für Überraschungen immer gut

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Gefühltes und gemessenes Wetter trennen mitunter Welten. Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn stellt der Chefmeteorologe der Wetterwarte in Marnitz klar: Meteorologischer Frühling beginnt unspektakulär.

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2012 | 02:07 Uhr

Marnitz | Gefühltes und gemessenes Wetter trennen mitunter Welten. Darum wundert es kaum, dass die meisten Zeitgenossen den zurückliegenden Winter als ziemlich frostig in langer Erinnerung behalten werden. Doch pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn tritt der Chefmeteorologe der Wetterwarte in Marnitz den wissenschaftlich fundierten Gegenbeweis an: "Der Winter 2011/2012 war im langjährigen Vergleich zu warm". Mit nur rund einem Grad Celsius fällt die Abweichung allerdings minimal aus. Und doch gibt es auch rekordverdächtige Frostdaten. Mit minus 27,7 Grad wurden am 6. Februar auf dem Messfeld des Deutschen Wetterdienstes in Marnitz am Erdboden über einer dünnen Schneedecke die tiefsten Temperaturen des Winters gemessen. Am gleichen Tag stieg die Quecksilbersäule in zwei Metern Höhe auch nur auf minus 22,2 Grad Celsius an. Damit geht der 6. Februar 2012 als der kälteste Februartag seit 1956 in die Statistik ein. Nur drei Wochen später wurde in Marnitz bereits eine Temperatur von 11,4 Grad Celsius erreicht.

Geregnet hat es in den Monaten Dezember und Januar deutlich mehr als für die Region der Ruhner Berge üblich, so dass am Ende des Winters 146 Prozent der "normalen" Niederschlagsmenge zu Buche stehen. An nur 21 Tagen gab es hier eine mit bis zu vier Zentimetern ziemlich dünne Schneedecke. "Die Schneewaage, die erste ab fünf Zentimetern Schnee zum Einsatz kommt, blieb diesmal ungenutzt", sagt Werner Schulz, der bereits seit 45 Jahren als Wetterprofi tätig ist.

Unangenehme Auswirkungen hatte die geringe Sonnenscheinintensität auf das Gemüt. Im Dezember schien Klärchen nur 14 Stunden (39 Prozent der üblichen Dauer). Der Januar und Februar (116 und 127 Prozent) brachten deutlich mehr Sonnenschein.

"Es war wieder einmal ein Durchschnittswinter. Nach den zwei schneereichen Perioden der vergangenen beiden Jahre hat sich die Regel bestätigt, dass zünftige Winter im Doppelpack kommen. In der Langzeitstatistik gibt es dafür deutliche Belege", so der Wetterstatistiker.

Unspektakulär startete für Werner Schulz auch der meteorologische Frühling. Am 1. März hat er um 11.07 Uhr eine maximale Temperatur von 7,8 Grad Celsius für Marnitz ermittelt. Ansonsten war der Tag dunstig, die Wolken hingen tief, die Sichtweite betrug 3,5 Kilometer und Sprühregen ließ kaum Frühlingsgefühle aufkommen. "Obwohl für die Meteorologen weltweit der meteorologische Frühling begonnen hat, ist der Winter noch nicht vorbei. Bekanntlich ist der März immer für eine Überraschung gut", gibt Werner Schulz zu bedenken. Schon an diesem Wochenende sinken die Temperaturen deutlich, aber die Sonnenintensität nimmt zu. Die Natur scheint unbeeindruckt, denn längst blühen vielerorts die Krokusse in den Vorgärten.

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