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St. Georgenkirche Parchim : Luther in neuem Glanz

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Pünktlich zum Reformationsfest am Mittwoch dieser Woche präsentiert sich Luther in der St. Georgenkirche in neuem Glanz. Dafür sorgte der Restaurator im Unruhestand Vollrat Dreyer

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erstellt am 28.Okt.2012 | 11:08 Uhr

Parchim | Pünktlich zum Reformationsfest am Mittwoch dieser Woche präsentiert sich Luther in der St. Georgenkirche in neuem Glanz. Dafür sorgte der Restaurator im Unruhestand Vollrat Dreyer. Er hat das genau 400 Jahre alte Holztafelbild in der Kirche in den zurückliegenden Wochen ehrenamtlich restauriert.

Bei dem aus vier Eichenbrettern bestehenden Gemälde handelt es sich um eine Kopie nach Cranach, die 1612 von Valentin Köser geschaffen wurde. Genau 205 Jahre später ist es wahrscheinlich zum ersten Mal restauriert worden, von C. F. Brasch. Im Oktober 2012 packte nun Vollrat Dreyer wieder einmal die Lust, der Kunst in seiner Heimat- und Vaterstadt Parchim etwas Gutes zu tun. Er nahm sich des 2,32 Meter hohen und 1,85 Meter breiten Bildes an. Die zurückliegenden Jahrzehnte hatten bereits deutliche Spuren auf dem Gemälde hinterlassen. Nachdem der ehemalige Chefrestaurator des Staatlichen Museums Schwerin die stark verschmutzte Oberfläche gereinigt, den vergilbten Firnis abgenommen, Fehlstellen geschlossen und die Oberfläche wieder mit einem schützenden Firnisüberzug versehen hat, präsentiert sich der "Luther" mit neuem Tiefenglanz - passend zu einem kleinen Jubiläum: Genau vor 500 Jahren promovierte Martin Luther in Wittenberg zum Doktor der Theologie und übernahm er an der dortigen Universität einen Lehrstuhl.

Beim Betrachten des Bildes in der St. Georgenkirche sticht das nach der Restaurierung wieder blütenweiß gewordene Federkleid des Schwanes zu Luthers Füßen ins Auge. Der Schwan wird als versteckter Hinweis auf Jan Hus (um 1369-1415) interpretiert, der als Vorläufer des Reformators Martin Luther gilt. Jan Hus wurde 1415 in Konstanz gemeinsam mit seinen Schriften verbrannt, weil er sich weigerte, seine Lehren zu widerrufen.

Vollrat Dreyer, heute zuhause in Wittenförden, engagiert sich bereits seit längerer Zeit für die Kunstwerke in der St. Georgenkirche, in der er 1948 mit vier Jahren getauft und am 31. Oktober 1959 durch Pastor Hans Knepper konfirmiert wurde. Beim Besuch der Feierlichkeiten zur Goldenen Konfirmation fiel sein Blick eines Tages auf den Leptzow-Altar. In diesem Moment wusste er, was zu tun ist: Als er 2009 in Pension ging, holte er die vier Leinwandgemälde auf der Rückseite des Altars in seine Werkstatt. Seit 2011 sind sie erstmals seit vielen Jahren wieder öffentlich in der St. Georgenkirche zugänglich.

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