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Parchim/Lübz : Löschwasser aus altem Klärwerk

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinden übernehmen ausgediente Anlagen vom Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Ausgediente Kläranlagen und Wasserwerke im Parchimer und Lübzer Land müssen nicht unbedingt abgerissen werden. Sie lassen sich als Löschwasserspeicher verwenden. Diesen Weg geht der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) Parchim-Lübz. Kommunen kommen dadurch günstig an Löschwassertanks. Und der WAZV spart Abrisskosten, mit denen nicht die Gebührenzahler belangt werden müssen.

Jüngstes Beispiel ist Herzberg. Der Zweckverband hat eine Kläranlage außer Betrieb genommen. Das Abwasser wird zur Aufbereitung nach Mestlin gepumpt. Die Gemeindevertreter Obere Warnow beschlossen, die großen Betonbehälter der alten Anlage zu übernehmen. Man konnte dabei einen Bonus heraushandeln, erfuhr SVZ von Bürgermeister Hartmut Bahl: Die Erstbefüllung mit Wasser übernimmt der Zweckverband.

Ähnliche Lösungen sind mit anderen Kommunen ausgehandelt bzw. bahnen sich an. Das erfuhr SVZ von WAZV-Geschäftsführer Lothar Brockmann. Die Stadt Plau am See übernimmt beispielsweise Reinwasserbehälter in Karow, die mit dem Stilllegen des dortigen Wasserwerks nicht mehr benötigt werden. Auch hier spart der Zweckverband Rückbaukosten, und die Gemeinde kommt günstig an ein Löschwasser-Reservoir.

Mit anderen Kommunen ist der Zweckverband im Gespräch. Beispielsweise im Fall Hof Grabow. Hier war früher ein Wasserwerk, dann eine Druckerhöhungsstation. Jetzt wird auch die nicht mehr benötigt. Es laufen Gespräche mit der Gemeinde Zölkow über die künftige Verwendung für Löschwasser.

Zum Jahresende werden weitere Anlagen nicht mehr benötigt. Im April beginnen Bauarbeiten für den Anschluss von Mestlin und Augzin an das Wasserwerk in Herzberg. Damit kann der Verband den Brunnen in Augzin und den Reinwasserbehälter in Mestlin aufgeben. In einem Fall aus der Region Parchim/Lübz dient ein früherer Klärteich als Aufzuchtbecken. Bestimmte aufgegebene Kläranlagen können sich als Gülleauffangbehälter für Landwirte eignen. Auch das wird untersucht. Ebenso die Nutzung von früheren Trinkwasserbrunnen für die Landwirtschaft – beispielsweise für Vieh oder Bewässerung.

Das hängt aber von der Belastung des Wassers ab, wie SVZ von Lothar Brockmann erfährt. Der WAZV trennt sich gerade von Brunnen, denen eine Schadstoffbelastung droht. Das ist beispielsweise in Suckow der Fall. Die Haushalte der Region sind jetzt an das Wasserwerk in Herzfeld angeschlossen. Ob das alte Suckower Wasserwerk für Löschwasser genutzt wird, ist noch nicht entschieden.

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