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Parchimer Zeitung

19. November 2017 | 17:20 Uhr

Parchim : "Lichtblick" vorerst erloschen

vom

Die erst vor knapp drei Wochen vor der Stadthalle aufgestellte Skulptur "Lichtblick" des renommierten Künstlers Herbert W.H. Hundrich wurde in der Nacht zum Sonntag mit brachialer Gewalt vom Sockel gestoßen.

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erstellt am 03.Nov.2013 | 07:42 Uhr

Parchim | Es war der sprichwörtliche Schock in der Morgenstunde. Die erst vor knapp drei Wochen vor der Stadthalle aufgestellte Skulptur "Lichtblick" des renommierten Künstlers Herbert W.H. Hundrich wurde in der Nacht zum Sonntag mit brachialer Gewalt vom Sockel gestoßen. Als wir Herbert W.H. Hundrich, der sich derzeit in Spanien aufhält, telefonisch mit dieser Nachricht konfrontieren, reagiert er geschockt: "Ich bin sprachlos, da fällt mir nichts mehr ein". Nach Minuten der Besinnung fügt er hinzu: "Dass über Kunst kontrovers diskutiert wird, ist selbstverständlich. Aber was hier passiert ist, verlangt nach einer Reaktion. Ich werde jetzt in Ruhe darüber nachdenken. Aber eins steht für mich fest, ein Rückzug kommt nicht in Frage". Hundrich wird so schnell wie möglich nach Parchim kommen und mit Vertretern der Stadt das weitere Vorgehen beraten. Bei der feierlichen Einweihung hatte er sich bei Bürgermeister Bernd Rolly ausdrücklich dafür bedankt, dass ihm die Stadt die Möglichkeit gibt, Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen.

Bei der Skulptur "Lichtblicke" handelt es sich um ein symbolträchtiges Kunstwerk. Als im Frühjahr 2010 die Chancen, dass Parchim auch nach der bis heute umstrittenen Kreisgebietsreform weiterhin den Status einer Kreisstadt behält, schlecht standen, war im Kulturforum Pampin die Idee geboren worden, mit einer Charmeoffensive eine Wende einzuleiten. Prof. Dr. Wolfgang Vogt konnte den seit 2007 in Pampin lebenden Künstler Herbert W.H. Hundrich dafür gewinnen. Er stellte drei illuminierte Großskulpturen zur Verfügung. Mit Schiffen der Eldeflotte wurden Hundrichs "Lichtblicke" bis in die Schlossbucht in Sichtweite zum Schweriner Landtag gefahren. Am 7. Juli 2010 wählten die Abgeordneten mit nur einer Stimme Vorsprung Parchim zur Kreisstadt. Daran soll nun die Skulptur vor der Stadthalle auf Dauer erinnern.

Die Polizei, die die Tat auf einer Streifenfahrt entdeckt hat, ermittelt. "Spuren gibt es noch nicht", so eine Sprecherin. Gesucht werden Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können (Telefon 038 71/6000). Damit wurde bereits zum fünften Mal ein Kunstwerk im öffentlichen Raum in Parchim von Unbekannten beschädigt.

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