Karrenzin : Licht am Ende des Tunnels

Karrenzin sieht dem Finanzausgleichsgesetz positiv entgegen

von
21. Mai 2019, 05:00 Uhr

Die letzte Sitzung der Karrenziner Gemeindevertretung vor der Kommunalwahl war für Bürgermeisterin Anna Rieck (73) zugleich die letzte Sitzung ihrer Amtszeit – sie tritt nicht mehr an. Umso schöner empfand sie es, einen Hoffnungsschimmer für den Gemeindehaushalt verbreiten zu können. „Finanziell schwimmt unsere Gemeinde noch oben und ist nicht untergegangen“, so die scheidende Bürgermeisterin. Grundlage für diese positive Einschätzung waren die aktuellen Zahlen des Finanzausgleichsgesetzes für 2020 und der Jahresabschluss für 2017. Bei einem Haushaltsvolumen von rund 2,95 Millionen Euro war das Defizit im Ergebnishaushalt 2017 mit rund 90 000 Euro geringer als erwartet ausgefallen. Der Fehlbetrag resultiere hauptsächlich aus den Abschreibungen für das Gemeindevermögen. Für das Eigentum der Gemeinden muss in den Haushaltsplanungen ein jährlicher Wertverlust einkalkuliert werden, so schreibt es die sogenannte doppische Buchführung vor. An liquiden Mitteln weist die Jahresrechnung sogar ein Guthaben von 210 000 Euro aus. „Wir brauchten keine Kassenkredite in Anspruch nehmen“, freute sich Rieck. Im Finanzhaushalt 2017 gähnte ein Loch von rund 38 000 Euro. Weil der Gesamthaushalt nicht ausgeglichen war, musste Karrenzin ein Sicherungskonzept erarbeiten. Hilfreich für das jetzige „Teelicht am Ende des Tunnels“ - wie die Bürgermeisterin es umschrieb - sei die Gewerbesteuer gewesen, die 2017 unerwartet von 21 000 auf 78 000 Euro angewachsen war. Außerdem stehen noch Steuernachforderungen von 42 000 Euro offen. Leider falle das der Gemeinde in zwei Jahren auf die Füße, weil dadurch die Schlüsselzuweisung des Landes sinken und die Kreisumlage steigen werde. Die Bürgermeisterin wurde einstimmig entlastet. Ebenso beschäftigte die Gemeindevertreter die Erneuerung von Gehwegen, Abwasserentsorgung und die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED für die Ortsteile Neu Herzfeld und Herzfeld. Diese Versorgung soll getrennt voneinander verlaufen. Die Planungen für Neu Herzfeld seien leichter zu bewältigen, hatte Bauamtsleiter Ringhand vom Parchimer Umland diese Vorgehensweise befürwortet. Der Landkreis habe dafür bereits Fördermittel eingeplant und der Zuschussantrag sei gestellt. Nunmehr sollen Bodenuntersuchungen durchgeführt werden, damit die Arbeiten baldmöglichst beginnen können. Die Kosten für Bodenuntersuchungen und vorbereitende Planungen im Ortsteil Herzfeld werden auf 25 000 Euro geschätzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen