Tempzin : Letzte Hürde für Wassertiere fällt

Gesperrt: Die Brücke auf dem Weg nach Warin.
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Gesperrt: Die Brücke auf dem Weg nach Warin.

Bauarbeiten am Brüeler Bach in Tempzin: Altes Wehr und Brücke werden abgerissen, neuer Durchlass und Fischtreppe entstehen.

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19. Februar 2018, 21:00 Uhr

Die letzte Hürde fällt für Fische zwischen der Warnow und dem Neuklostersee. Im Brüeler Bach bei Tempzin wird das marode Wehr durch eine Fischtreppe ersetzt. Die Bauarbeiten, die auf Grund des Wetters verschoben werden mussten, laufen. Das erfuhr SVZ gestern von Andrea Oleak, Geschäftsführerin im Wasser- und Bodenverband Obere Warnow.

Hinter dem Ortsausgang Tempzin ist der Weg Richtung Warin an der Brücke über den Brüeler Bach gesperrt. Diese Brücke und das Wehr darunter wird es bald nicht mehr geben. Wenige Meter dahinter wird an der Stelle, wo übrigens vor langer Zeit schon einmal das Wasser floss, das neue Flussbett ausgebaggert. Hier entsteht ein Durchlass von rund sechs Metern Breite und drei Meter Höhe unter dem ländlichen Weg, der künftig dem Brüeler Bach viel Platz geben soll. In das neue Flussbett wird die Fischtreppe eingefügt, die dann Bachforelle, Bachneunauge, Schlei, Steinbeißer und anderen Arten den Aufstieg ermöglicht.

Die Baustelle brachte bereits eine Überraschung zu Tage: Unter dem alten Weg und daneben stießen die Bauleute auf mehrere senkrecht stehende Balken. Archäologen untersuchen den Fund jetzt näher. Vom Holz haben sie Proben genommen, auch wurden die Balken mittels GPS vermessen, erfuhr SVZ von Andrea Oleak.

Die Herkunft der Balken im künftigen Flussbett ist derzeit noch ebenso rätselhaft wie die Eigentumsverhältnisse des alten maroden Wehrs mit Aalfang. „Keiner wollte es haben“, sagt Andrea Oleak. „Wir wissen nicht, wem es gehört.“

Die Frage nach den Eigentumsverhältnissen war mit ein Grund, dass von den ersten Planungen bis zur Sanierung der Anlage mehr als ein Jahrzehnt vergangenen ist. Der andere Grund ist, dass zwischenzeitlich das Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem Renaturierungsprojekte zum Gros finanziert werden, gewechselt hat, so Andrea Oleak. Mit einem Zehntel der Kosten, die sich auf mehrere hunderttausend Euro summieren, beteiligt sich die Gemeinde Kloster Tempzin.

Der Wasser- und Bodenverband beseitigt in dem Wasserlauf Richtung Neuklostersee das letzte Querbauwerk. Ersetzt wurden vor zehn Jahren das Wehr in Brüel und 2014 das in Warin.

Nötig sind aus Sicht von Andrea Oleak noch Investitionen in die Wehranlage in Langen Jarchow. Hier müsste mittelfristig noch ein Umgehungsgerinne gebaut werden. Auch hier wäre allerdings wieder die Gemeinde Kloster Tempzin bei der Mitfinanzierung gefragt.

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