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Landwirtschaft : Leichte Entspannung in den Ställen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Milchpreise auf steigendem Ast .Friedrichsruher Landwirte haben Zahl der Kühe reduziert und setzen auf gentechnikfreies Futter.

von
erstellt am 10.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Nach einer langen Durststrecke gibt es eine leichte Entspannung für die Milchbauern. „Die Preise sind auf einem steigenden Ast“, wenn sie sich auch noch sehr unterschiedlich entwickeln, erklärte am Montag Holger Rebert, Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Erzeuger- und Absatzgemeinschaft (LEAG)Friedrichsruhe.

Der Betrieb liefert an die Molkerei Arla. Die zahlt laut Rebert aktuell einen Grundpreis von 32,10 Cent pro Liter Milch. Die Friedrichsruher bekommen einen Cent mehr, also 33,10 Cent, weil sie kein gentechnisch verändertes Futter einsetzen. Das reiche allerdings gerade aus, um mit plus-minus Null abzuschließen, so der Landwirt. Um auch investieren zu können, hoffe man auf weiter steigende Preise. Mitte 2015 hatte ein starker Preisverfall eingesetzt. Zum Tiefpunkt der Krise hatten die Bauern von einigen Molkereien weniger als 20 Cent pro Liter Milch erhalten.

Um den zusätzlichen Cent Aufpreis pro Liter zu erzielen, hatten die Friedrichsruher gentechnisch veränderten Sojaschrot als Eiweißlieferant für die Milchproduktion von der Speisekarte der Kühe gestrichen. Sie haben diese Futterkomponente durch Lupinen aus dem eigenen Anbau ersetzt.

Angesichts der Förderrichtlinien durch die Europäische Union mussten die Landwirte ohnehin neu planen. Einen Teil ihres Ackers müssen sie als ökologische Vorrangflächen erhalten, beispielsweise indem sie Flächen brach liegen lassen oder auch indem hier Leguminosen (Hülsenfrüchtler) wie Lupinen, Bohnen oder Erbsen angebaut werden. Für die Böden um Friedrichsruhe eignen sich die Lupinen. Die Leguminosen wachsen in diesem Landwirtschaftsbetrieb auf zehn Prozent des Ackers. Und bei der Milchproduktion werden keine schlechteren Ergebnisse als mit Soja erzielt, erklärt Holger Rebert.

Die Friedrichsruher haben selbst dazu beigetragen, dass sich der Milchmarkt entspannt. 30 Kühe wurden im Vorjahr abgeschafft und zur Schlachtung gegeben. So lieferte der Betrieb, der sonst drei Millionen Liter Milch im Jahr produziert, in den Monaten Oktober bis Dezember 80 000 Liter weniger an die Molkerei. Für jeden nicht erzeugten Liter gab es eine Prämie von 14 Cent.

Diese Reduzierung der Milchmenge war freiwillig, sagt Rebert. Und es gebe auch viele Betriebe, die weiter in den bisherigen Mengen produziert haben.

350 Milchkühe hat der Betrieb in Friedrichsruhe in seinem Bestand. Und den will er halten, wie vom Geschäftsführer zu erfahren ist. Es sind übrigens Kühe vom eigenen Hof, die hier die Milch geben. Der Betrieb züchtet seine Kälber selbst auf. Die Bullen werden gemästet, bis sie in die Schlachtung gehen.

Der Preis für das Rindfleisch ist zwar auch nicht üppig, schwankt aber nicht so stark wie bei der Milch, erfährt SVZ. Für das ausgeschlachtete Fleisch guter Bullen erhalten die Friedrichsruher einen Kilopreis von 3,80 Euro. Für die nächste Qualität gibt es 3,40 Euro. „Da bleibt nicht viel übrig“, so Rebert.

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