zur Navigation springen

Lebenswerte Stadt bleibt Ziel der Verwaltung

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 07:48 Uhr

Parchim | Verstecken muss sich die Kreisstadt nicht: Die Lebensqualität wird von unseren Lesern überwiegend gut benotet. Dennoch lässt sich alles verbessern. Parchims 1. Stadtrat Detlev Hestermann, der die Amtsgeschäfte des erkrankten Bürgermeisters führt, hat die Ergebnisse interessiert zur Kenntnis genommen und bezieht Stellung.

Wohl ganz oben auf der Wunschliste vieler Parchimer steht eine Schwimmhalle. "Leider können wir uns als Stadt keine Schwimmhalle leisten, jedenfalls nicht zu angemessenen Eintrittspreisen", bedauert Detlev Hestermann. Neben den millionenschweren Baukosten müsste Parchim pro Jahr 1 bis 1,5 Millionen Euro für den Betrieb aufbringen. Der Stadtrat: "Das Geld haben wir schlichtweg nicht. Oder wir müssten unakzeptabel hohe Eintrittspreise verlangen." Das Freibad am Wockersee soll aber auf jeden Fall erhalten bleiben.

Im Fragenbereich Familie liegt Parchim leicht über den Bewertungen in den Nachbarregionen. Dies ist ein gewollter Aktivposten der Stadtpolitik. So wurde die Kreisstadt vom Land als "Familienfreundliche Kommune" ausgezeichnet. Parchim investiert derzeit, um Schulen baulich so umzurüsten, dass gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne Handicap möglich ist. Was die Zahl der Kitaplätze betrifft, ist Parchim gut aufgestellt, weit über den eigenen Bedarf hinaus. Das höhere Angebot erklärt Detlev Hestermann mit rund 5000 Einpendlern, die ihre Kinder lieber am Arbeitsort betreuen lassen.

Für die Wohnqualität vergibt die Mehrzahl der befragten Leser gute Noten. Ein schönes Lob für die im Stadtbesitz befindliche Wobau und die zwei Genossenschaften. Hestermann: "Gerda Behrend, die Chefin der Wobau ist ein Familienmensch und sie lebt das auch. Bei ihr hat die Mieterzufriedenheit Vorrang und das will der Gesellschafter, die Stadt Parchim, auch so." Viel privates Engagement habe darüber hinaus die Wohnsituation besonders in der City verbessert. 30 Millionen Euro Städtebaufördermittel sind allein in die Innenstadt geflossen, ein Drittel davon hat Parchim getragen. "Wir wollen Bauwillige weiter fördern", sagt der amtierende Bürgermeister, "und haben dafür günstige Erbpachtmodelle im Angebot." Weil aber die Einwohnerzahl weiter schrumpfen wird und Parchim durch Zuzug schneller altert, hat auch das Schließen von Baulücken Priorität.

Kritischer sehen die Leser die Versorgungslage. Viele fürchten einen künftigen Ärztemangel. Hestermann: "Die Kassenärztliche Vereinigung bestimmt über die Ärtzedichte. Wir helfen den jungen Ärzten, die sich hier niederlassen wollen, gern bei der Realisierung ihrer Vorhaben." Den Leerstand bei Innenstadtgeschäften kann die Stadt nicht direkt beheben: "Wir können uns alle Lokalitäten anschauen und von Baufachleuten abschätzen lassen, um attraktivere Angebote zu machen." Hestermann appelliert an die Innenstadthändler, sich einzubringen und mehr die Werbetrommel zu rühren. Manch gute Aktion wie längere Öffnungszeiten verpuffe leider, weil sie nicht genügend publik gemacht werde.

Die Arbeit aller Behörden rutschte im Durchschnitt der Noten nach unten. Für Detlev Hestermann gilt: "Die Stadtverwaltung ist Dienstleister für die Bürger." Reduzierte Öffnungszeiten des Bürgerbüros seien nur vorübergehend und dem Krankenstand geschuldet. Neue Mitarbeiter werden schon geschult. "Wir setzen ohnehin auf intensive Bürgerbeteiligung. Bei Straßenausbauprojekten praktizieren wir es mit Bürgerversammlungen und Informationsbroschüren", sagt der Stadtrat. Mit der Bürgerinitiative Windkraft werde man sich treffen. Künftig wäre denkbar, die Bürger beim Haushalt, also der Verteilung der Mittel, mitreden zu lassen. Hestermann bedauert eine Entwicklung, die punktuelle Bürgerproteste befördere: "Wo bleiben die Menschen, die sich für etwas einsetzen?"

Die Wirtschaftskrise habe sich auch in Parchim deutlich bemerkbar gemacht, dennoch bewerteten unsere Leser die Bereiche Arbeit und Verkehr gut bis befriedigend. Parchim hält für Pendler zwei kostenfreie Großparkplätze vor. Hestermann: "Das soll auch so bleiben."

Parchim als familienfreundliche Stadt will auch für Senioren lebenswerte Angebote machen: "Die Wobau wird auch weiter in seniorengerechtes Wohnen investieren." Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften halten Clubangebote vor. Die Kritik an seniorenunfreundlichem Pflaster auf den Innenstadtstraßen ist bekannt. Die Rosenstraße soll erstmals einen fahrradfreundlichen Asphaltbelag zwischen Pflasterstreifen bekommen.

Kultur und Freizeit bekommen die besten Noten der verschiedenen Bereiche. Die Stadt ist neben dem Kreis Mitglied des Theater-Zweckverbands. Das Ensemble und das Gebäude zu erhalten, ist erklärtes Ziel der Stadtspitze.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen