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Plau am See : Leben behüten, Betroffenen helfen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Das Jugendrotkreuz (JRK) Plau organisierte eine Aktion unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“

Michaela Strübing, hauptamtliche Mitarbeiterin des DRK und Leiterin der Plauer Jugendrotkreuzler, erinnert sich. Im Juni dieses Jahres kam die Idee auf: Etwas anderes für die jungen Mitglieder planen als gewöhnlich, zum Beispiel eine Aktion „Kinder und Jugendliche helfen krebskranken Kindern“. Die Idee wurde in die Gruppe der 17 jungen Plauer Rotkreuz-Mitglieder getragen und sie waren sofort dabei. „Unsere Kinder sind ohnehin vom DRK begeistert, weil sie hier direkt vom Leben lernen“, sagt DRK-Ehrenamtlerin Edeltraud Steinmann. „Und für Kinder, die so jung schon an Krebs erkrankt sind, haben sie sofort auch sehr viel Mitgefühl aufgebracht.“

„Wir wollen helfen“, meinen Alina, Lars, Jacqueline und Josephine, die den Kuchenstand betreuten. Einiges haben sie selbst gebacken, das meiste haben die Mütter produziert und gespendet. Die Eltern des DRK-Nachwuchses müssen für die Aktion auf dem Sky-Parkplatz gegenüber der Rettungswache naturgemäß ebenfalls ins Boot geholt werden, ebenso Kräfte von Kreisverbandsebene, wie Michael Krüger, Ehrenamtskoordinator vom Kreisverband Parchim sowie Mitarbeiter des Betreuungs- und Sanitätszugs und Feldküchenprofis wie Lisa Theres Dolk von der Bereitschaft des Katastrophenschutzes.

Die Feldküche des Katastrophenschutzes ist auch für die Mittagsversorgung der Besucher am Aktionsort verantwortlich. Es gibt Nudeln mit Gulasch – und zwar reichliche Portionen. Aber ob Kuchen, Gulasch, Glücksraddrehen, Hüpfburg, Stöbern in Flohmarktsartikeln oder auch Blutdruckmessen – jeder Stand hat seinen kleinen Preis fürs Angebot und eine geräumig große Kasse, in die möglichst nicht nur die angegebene Summe wandern sollte, sondern auch eine ansehnliche Spende.

Und worum geht’s genau? Seit 1992 gibt es in der Hansestadt den „Verein zur Förderung krebskranker Kinder Rostock“ . Vorsitzende ist die Kinderärztin Dr. Gudrun Eggers. 36 Jahre lang arbeitet die Medizinerin auf der onkologischen Station der Universitätskinderklinik und auf dem Vereinsweg engagiert sie sich immer noch für die Unterstützung der betroffenen Kinder u n d deren Eltern. Heute haben sie und einige Mitstreiterinnen in Plau ebenfalls einen Stand aufgebaut. Der Erlös des Tages soll zum größten Teil an den Rostocker Verein gehen, im Namen der Kinder.

Der hochmotivierten Ärztin und ihren Vereinsfreunden ist es in der Vergangenheit bereits gelungen, die Gelder für den Bau eines Eltern-Kind-Hauses in der Nähe des Rostocker Zoos einzusammeln. Denn „die Krebserkrankung von Kindern ist eine Familienkrankheit“, sagt Gudrun Eggers. Die Krankheit hebelt den gewohnten Alltag einer Familie aus, dieser bedarf einer neuen Ordnung der Fürsorge. Und das trotz des erheblichen Drucks durch Gefühle wie Leid, Hoffnung und Verzweiflung. Das Eltern-Kind-Haus soll nun die Möglichkeit bieten, ein „zweites Zuhause auf Zeit“ zu sein, „für Stunden, Tage oder Wochen.“ „Die Gelder für den Bau sind vorhanden“, berichtete die Ärztin, „aber es fehlt noch an Mitteln für Einrichtung, Außenanlage und einiges mehr.“

Im Gespräch mit der erfahrenen Medizinerin blitzte zumindest eine Ahnung davon auf, was es heißt, wenn Kinder bereits an Krebs erkranken. Die Behandlung selbst spiegelt sich in einem Objekt, das ebenfalls auf dem Tisch der Krebshilfe präsentiert war, in der Mutperlen-Kette. Für jede Behandlung erhalten die erkrankten Kinder eine besondere Perle, die den Eingriff oder die Untersuchung symbolisiert. Zur Kette aufgezogen, lassen sich die Mutperlen dann auch als eine Art „Tagebuch“ der Therapie oder des Kampfes gegen die Krankheit lesen. „Die längste Kette bisher“, sagt Gudrun Eggers, „war neun Meter lang.“

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