Marnitz : Lanze fürs alte Handwerk brechen

Petra Pfützner hat seit Jahren Spaß am Spinnrad und lässt den Funken auf ihre Mitstreiter überspringen.
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Petra Pfützner hat seit Jahren Spaß am Spinnrad und lässt den Funken auf ihre Mitstreiter überspringen.

Ruhner Land wirbt mit Tradition / Nach Marktpremiere im Vorjahr am 10. Juni in Marnitz Neuauflage / 25 Akteure diesmal mit dabei

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17. April 2017, 14:08 Uhr

Das gab es früher in fast jedem Dorf: einen Schmied, einen Schreiner, den Korbflechter, die Spinnerin, den Bauern, den Schäfer, die Näherin, den Imker, den Scherenschleifer, den Maler, den Drechsler und die Töpferin... Damit wurde der Lebensunterhalt für die Familie verdient. Doch das Leben auf dem Lande hat sich grundlegend gewandelt. „Umso wichtiger ist, der jungen Generation zu vermitteln, wie es seit Jahrhunderten funktionierte. Das ist spannend und kann auch unterhaltsam sein“, meint Petra Pfützner, die bis zum Ruhestand als Lehrerin gearbeitet hat und sich für die dörfliche Geschichte interessiert. So manche Stunde verbringt sie inzwischen am Spinnrad und verwandelt Schafswolle in nützliche Dinge für Groß und Klein.

Bei Spinnen (am Rad) hatte die Marnitzerin auch die Idee geboren, für das alte Handwerk eine Lanze zu brechen und einen speziellen Markttag zu organisieren. „So wie bei unserem Bürgermeister Hans-Jürgen Buchholz fand ich für das Vorhaben bei Mitstreitern offene Ohren“, sagt die 60-Jährige. Groß war das Herzklopfen, ob die Premiere gelingt. Am Abend des ersten Handwerkermarktes, auf dem sich 18 Akteure aus dem großen Kreis des Ruhner Landes vielen Gästen präsentiert hatten, fiel bei Petra Pfützner ein großer Stein vom Herzen. „Wir machen weiter“ waren sich alle einig.

Seit Wochen laufen nun bereits die Vorbereitungen. So viel steht fest: Alles wird noch schöner und größer. „Ich habe in den Winterwochen auf vielen Märkten für unser Vorhaben geworben. Und das Echo ist wunderbar. Bis jetzt haben sich bereits 25 Akteure gemeldet, die ihr Handwerk in Marnitz vorstellen werden“, so Petra Pützner, die erneut als Organisatorin den Hut auf hat.

Die Vielfalt handwerklicher Tradition ist bemerkenswert. So werden ein Seiler, ein Drechsler und ein Scherenschleifer zeigen, wie es seit Jahrhunderten gemacht wurde. Und wer das eine oder andere Stück erwerben möchte, hat dazu gleich Vor-Ort die Gelegenheit.

Honig, Käse oder Wildfleisch

Da schon immer galt, Liebe geht durch den Magen, wurden auch Anbieter kulinarischer Besonderheiten zum Handwerkermarkt eingeladen. Gleich drei Imker haben zugesagt. Sie bringen nicht nur leckeren Honig mit, für den ihre Völker den Nektar auf Feldern und in Wäldern des Ruhner Landes gesammelt haben, sondern werden auch ihr Wissen weiter geben. Schafskäse, Produkte einer Prignitzer Wildschlachterei, Fisch aus Dabel und Bio-Eis aus Holthusen, Wildschwein am Spieß und Kesselgulasch lassen keine Wünsche offen.

Für die kleinen Gäste gibt es eine Überraschung: Sie können mit einer Expertin ein eigenes Theater im Schuhkarton basteln. Auch filzen und Keramik bemalen sowie Basteln mit Naturmaterialien lässt die Zeit sicher schnell vergehen, wenn die Eltern den Handwerkern über die Schultern schauen oder etwas kaufen.

Der Eintritt von einem Euro sowie der Erlös, der aus einer Sammlung mit Sparschweinen an den Aktionsplätzen zusammen kommt, wird der gemeinnützigen Arbeit des Vereins „Wir - am Ruhner Berg e.V.“, der Jugendarbeit und dem nächsten Markt zu Gute kommen.

Zur Unterhaltung der Marktbesucher tritt um 15.30 und 16.30 Uhr die Goldberger Westerntanzgruppe auf. „Zum Finale um 17 Uhr bitten wir die Gäste zu einer Benefizauktion. Daran werden sich die Händler mit Spenden beteiligen. Jeder, der selbst etwas dazu beitragen möchte, ist herzlich eingeladen Sachspenden für die Versteigerung bei uns im Vereinshaus in der Ringstraße 1 abzugeben“, sagt Petra Pfützner.

Wer sich selbst mit handwerklichen Angeboten für den zweiten Handwerkermarkt anbieten möchte, hat dazu noch bis zum 31. Mai Gelegenheit. Flohmarktartikel sind allerdings nicht gefragt.

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