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Großkreis Ludwigslust-Parchim : Landkreis jagt Schwarzarbeiter

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Der Großkreis Ludwigslust-Parchim wird verstärkt gegen Schwarzarbeit vorgehen. Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec begrüßte das auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd.

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erstellt am 22.Feb.2012 | 09:32 Uhr

parchim/Spornitz | Beifall vom Handwerk: Der Großkreis Ludwigslust-Parchim wird verstärkt gegen Schwarzarbeit vorgehen. Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec begrüßte das auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd am Montagabend in Spornitz.

Dabei handelt es sich um den berufsrechtlichen Teil der Schwarzarbeit, wenn beispielsweise in Scheunen regelrechte Kfz-Reparaturbetriebe aufgezogen werden. Die Bekämpfung der Schwarzarbeit auf Baustellen, bei der es meist um illegale Beschäftigung gehe, bleibe aber in der Zuständigkeit des Zolls. Die Kreise hatten die Kontrolle bereits Mitte 2011 übernommen. Zuvor sei sie fünf Jahre lang in der Verantwortung der Ämter gewesen. Dort habe sie aber kaum stattgefunden.

Klare Ansage der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd an Landrat Rolf Christian sen auch in Sachen Mitsprache: Bei der Gestaltung der Strukturen nach der Fusion der Landkreise Ludwigslust und Parchim fordert das regionale Handwerk, auf diesem Weg mitgenommen und nicht vergessen zu werden. "Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es rund 2400 Handwerksbetriebe verschiedener Gewerke. Wir sorgen mit unseren handwerklichen Leistungen dafür, dass unser Landkreis schöner und lebenswerter wird. Wir brauchen dafür natürlich regionale Strukturen und Verfahren, die dies auch möglich machen."

Diese Worte im Beisein vom Hauptgeschäftsführer der Schweriner Handwerkskammer Edgar Hummelsheim und des Vizepräsidenten Rainer Wellenbrock richtete Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec an den Landrat, der mit seinem Führungsteam ganz konkrete Vorstellungen hat, welche Akzente bei der Gestaltung der neuen Strukturen im Großkreis zu setzen sind. Dies in diesem großen Flächenkreis zu bewältigen, wird eine große Herausforderung sein. "Wir sagen auch ganz eindeutig, dass wir keine wirtschaftliche Betätigung der Kommunen, kommunaler Einrichtungen und kommunalen Gesellschaften oder des Landkreises wollen", so Hans-Werner Mrowiec und erwähnte in diesem Zusammenhang ein Urteil des Bundesfinanzhofes. Darin heißt es, dass Städte und Gemeinden künftig wie Firmen Umsatzsteuer zahlen müssten, wenn sie im Wettbewerb mit privaten Leistungen mitbieten.

Zum Thema Fusion sagte der Landrat, dass es ein schwieriger Prozess sei, zwei unterschiedliche Verwaltungsstrukturen und Kulturen miteinander zu verbinden. In den nächsten Monaten werde die Außenstelle des Landkreises in Hagenow aufgegeben, dann bleibt die Verwaltung an den beiden Standorten Ludwigslust und Parchim. Dabei werde die Kernverwaltung auf beide Standorte zahlenmäßig gleich verteilt. Die Fachdienste konzentrieren sich dabei auf einen Standort, an dem jeweils anderen werden über die Bürgerbüros die Leistungen abgedeckt.

"Im Altkreis Ludwigslust gibt es sechs Bürgerbüros, ein siebentes ist in Hagenow in Vorbereitung", so Landrat Christian sen. Ein weiteres Bürgerbüro soll in Sternberg entstehen. Auf diese Weise sollen die Wege für die Bürger zu den Grunddienstleistungen relativ kurz werden und die Bürger die Wege zur Kreisverwaltung einsparen können.

Nachwuchs bleibt ein Thema: Im Dezember-Bericht konnte Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec bereits feststellen, dass dass die Zahl der abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsplätze 2011 im Vergleich zum Vorjahr fast stabil geblieben sind. "Unsere aktuelle Umfrage zu freien Lehrstellen und Praktikumsplätzen für das neue Ausbildungsjahr ergab eine Meldung von 104 freien Ausbildungsplätzen und von 132 Praktikumsplätzen. Diese Zahlen sind fast identisch mit denen des Vorjahres." Die Meldungen der Innungsbetriebe sind in den Datenbanken der Handwerkskammer Schwerin und im Landkreis Ludwigslust-Parchim eingearbeitet. In diesem Zusammenhang hob Landrat Christiansen hervor, die Qualität der Berufsausbildung weiter auf hohem Niveau zu halten. Beim Arbeitsmarkt-Frühstück mit dem Chef der Agentur für Arbeit in Schwerin warnte dieser davor, die Landschaft der Berufsschulen weiter auszudünnen. Vielmehr müsse es darum gehen, diese zu stärken. "Wichtig ist dabei, die vorhandenen Kapazitäten gemeinsam zu nutzen. Wir müssen in allen Bereichen neue Wege gehen, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen", erklärte der Landrat.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auf der Mitgliederversammlung Wolfgang Oertel als Obermeister der Innung des Elektrohandwerks nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit verabschiedet wurde. Als Nachfolger ist Christian Jessel aus Hagenow vorgesehen.

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