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Parchimer Zeitung

19. November 2017 | 17:14 Uhr

Parchim : Landkreis auf Nachwuchs-Suche

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

In den nächsten zehn Jahren erreichen 350 Mitarbeiter in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim das Rentenalter. Chancen für junge Leute.

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Man muss nicht blutjung sein oder Deutsch als Muttersprache gelernt haben, um Chancen auf eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu bekommen: Im besten Alter von Mitte 40 hatte eine Frau in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim ihre Lehrzeit gestartet. Sie schaffte einen der besten Abschlüsse. Und erstmals ist mit Adbulkarim Adi ein junger Syrer unter den Auszubildenden, die Verwaltungsfachangestellte werden wollen.

„Es gibt keine Altersgrenze“, sagt Antje Schmedemann, Ausbildungsverantwortliche im Landkreis. Sie berichtet von einem Jahrgang, bei dem sich unter den Bewerbern vor allem solche durchgesetzt hatten, die bereits einen anderen Berufsabschluss und -erfahrung hatten, zum Teil nach Arbeit in den alten Bundesländern zurück in ihre Heimat und sich hier eine neue Existenz aufbauen wollten. Fünf der sechs Azubis des reiferen Jahrgangs schafften einen Durchschnitt von unter 2,0.

Ob blutjung oder etwas reifer – der Andrang auf einen Ausbildungsplatz in der Kreisverwaltung ist nach wie vor hoch: 200 Bewerbungen gab es zuletzt auf die Stellen. In diesem Jahr begannen 15 junge Leute ihre Ausbildung bzw. ihr Studium beim Landkreis. Insgesamt werden hier derzeit 39 Auszubildende und Studenten verschiedener Fachrichtungen gezählt.

Schon jetzt stapeln sich bei Antje Schmedemann Bewerbungen für 2018. Noch bis zum 8. November gibt es die Chance, sich für einen der Ausbildungs- und Studienplätze zu bewerben.

Gesucht werden sieben künftige Verwaltungsfachangestellte, ein Vermessungstechniker, ein Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste und zwei Straßenwärter. Voraussetzung für die Ausbildungsberufe in der Verwaltung ist ein guter Realschulabschluss, so Schmedemann. Wer studieren will, braucht dafür die entsprechende Schulausbildung. Erstmals gibt es neben dem „Bachelor of Laws - öffentliche Verwaltung“ (drei Plätze) auch vier Studienplätze für „Bachelor of Arts - Soziale Arbeit“ . Da Sozialarbeiter schwer auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen sind, will der Landkreis selbst seine Fachkräfte auf diesem Gebiet ausbilden. Partner für das das duale Studium ist eine Akademie in Lüneburg. Aus den Reihen der derzeitigen Mitarbeiter sollen zusätzlich Interessenten die Chance erhalten, sich als Sozialarbeiter weiterzubilden.

Fachkräfte werden gebraucht beim Landkreis. „In den nächsten Jahren gehen viele in den Ruhestand“, sagt Landrat Rolf Christiansen. Obgleich noch Stellen in der Kreisverwaltung abgebaut werden, besteht für die kommenden Jahre ein enormer Bedarf. Nach einer Übersicht des Landkreises erreichen innerhalb der nächsten zehn Jahre 350 der derzeit 1200 Mitarbeiter die Regelaltersgrenze.

Im Landkreis gebe es interessante Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, sagt Christiansen. Man könne in unterschiedlichsten Fachdiensten tätig sein. Ein Wechsel zwischen den Bereichen sei möglich und auch normal. Auch Stellen für Führungskräfte werden in den nächsten Jahren frei. Junge Leute bringen neue Ideen mit, und die seien immer wichtig. Die Kreisverwaltung werde in den kommenden Jahren ihren Bedarf nicht allein durch Ausbildung decken. „Wir brauchen auch Fachleute, nicht nur Verwaltungsangestellte“, erklärt Christiansen.

Die besten selbst ausgebildeten Fachleute erhalten nach Aussagen des Landkreises ein Angebot auf eine Übernahme.

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