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Bauernmarkt in Drenkow : Land & Leute auf dem Siebengiebelhof

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Premiere für außergewöhnlichen Bauernmarkt in Drenkow: Der Siebengiebelhof lud am Wochenende zum "Land & Leute Markt" auf ihren Hof ein. Viele Gäste aus nah und fern waren gekommen. Eine Neuauflage sei im Herbst geplant.

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erstellt am 23.Apr.2012 | 10:26 Uhr

Drenkow | Zum ersten Mal luden Sabine Wolfart und Jörg Grigat vom Siebengiebelhof in Drenkow am Wochenende zum "Land & Leute Markt" auf ihren Hof ein. Künftig soll er zwei Mal im Jahr stattfinden, der nächste ist schon für den 22. September geplant.

Die Idee, die dahinter steckt, geht auf eine uralte Tradition der Vermarktung der Produkte eines Bauernhof zurück und soll wiederbelebt werden. "Wir wollen unsere eigenen Produkte zeigen und den Kontakt zu den Verbraucher enger knüpfen", sagt Grigat. Dafür werden vor allem alte Handwerkstechniken vorgestellt. Auch wenn vordergründig hier das ökologische Handwerk zu Hause ist, sind auch die Alternativen zu sehen. "Es muss zu uns passen und unser Gesamtkonzept bereichern", sagt der Chef. Und so werden Weine, Marmeladen, Pflanzen, Holzbänke und Tische ebenso feilgeboten wie Strickwaren und Solaranlagen oder Komposttoiletten. Und mittendrin ziehen Rauchschwaden vom Grillfeuer über den Hof. Direkt hinter der Ausstellung des Garten- und Landschaftsbaus von Torsten Ziggel ziehen derweilen Kühe zur Weide. Die Besucher fühlen sich mit etwas Fantasie in frühere Jahrhunderte versetzt.

Anklang findet bei Jung und Alt die praktischen Vorstellungen alter Techniken. Während Michael Janott aus Heiligengrabe die Wolle kämmt, damit sie gleich nebenan von seiner Frau Janett mittels des Spinnrades versponnen werden kann, filzt Anne Sabine Reder aus Parchim Merinowolle und fertigt u.a. Schuhe und lustige Figuren daraus an.

Aron Schoder vom Kräutergarten in Wangelin zeigt die unterschiedlichsten Essigsorten und bietet Kostproben vieler Obstsäfte ihren Kunden an.

Lutz Scheurig aus Berge stellt seinerseits ein in dieser Gegend relativ unbekanntes Handwerk vor. Der eigentlich aus dem Baden Württembergischen stammende Elektriker ist beruflich umgesattelt und stellt nun aus Ahornholz Pfeile und Bögen her. "Vor allem auf Mittelaltermärkten bin ich unterwegs und zeige den Leuten den Werdegang vom Holzstamm bis zum fertigen Bogen, für deren Herstellung ich mindestens zwei Tage benötige", berichtet er zum Erstaunen der Gäste.

Deutlich schneller geht es bei Rahel Fiedler aus Zühr zu. Sie wickelt durch gefühlvolles Drehen von Glasstäbe über einem Bunsenbrenner schmiegsames Material um einen Metallstab und fertigt so Perlen an, die man zu Ketten auf ein Band aufziehen kann.

Wer selbst einmal ausprobieren möchte, ob er das Melken beherrscht, kann sich an einer Attrappe ausprobieren. Das gefiel nicht nur dem zehnjährigen Ole aus Siggelkow sondern auch der aus Indien stammenden und jetzt in Parchim lebenden Toshna Patel. Beide mussten feststellen, dass es nicht so einfach ist, den Melkeimer zu füllen.

Über den Hof zog der Duft von frisch gebackenem Flammkuchen und einem "Angler Sattelschwein" am Spieß. "Diese Rasse wird hier gehalten und hat nichts mit dem Angeln zu tun. Es ist eine Züchtung, die ihren Ursprung auf der Halbinsel Angeln in Schleswig-Holstein hat", klärt Jürgen Teranski auf.

Den Besuchern ins Auge fällt Katrin Hähner aus Baek mit ihrer Jonglage. Sie stellt die Poi (u.a. Stäbe mit Bändern und kleinen gefüllten Stoffsäckchen) selbst her. Es ist für jedermann interessant anzusehen, mit welcher Anmut die Frau die Poi schwingt und damit ihre Tanzakrobatik bereichert.

Das Interesse der Gäste für dieses etwas andere Markttreiben war groß. Die Besucher kamen in Scharen und an Hand der Kennzeichen war zu ersehen, dass sie nicht nur aus der Region, sondern sogar aus Hamburg, Berlin und den benachbarten Bundesländern anreist waren.

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