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Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 06:40 Uhr

Parchim : Kurze Nächte für Straßenwärter

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erster Einsatz für den kommunalen Winterdienst. Zwei neue Sandsilos in der Kreisstadt. Partnerfirmen in Parchim mit im Boot.

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Um 2 Uhr mitten in der Nacht aufstehen ist nicht jedermanns Sache. Denny Dalmann (29) hat damit aber keine Probleme. Als junger Vater sorgt mitunter die Tochter für Schlafpausen. Doch in den kommenden Wochen könnten den Straßenwärter als Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes auch dienstliche Gründe früher als üblich aus dem Bett holen. „Beim Blick auf den Bericht des Deutschen Wetterdienstes, der uns täglich per Fax übermittelt wird, steht am Vortag fest, ob wir nachts raus müssen, um die Lage auf den Straßen der Kreisstadt und den Ortsteilen genau unter die Lupe zu nehmen“, sagt Denny Dalmann, der seit sechs Jahren im Winterdienstteam mitarbeitet. In dieser Woche, in der Nacht vom Montag zum Dienstag war es dann wieder so weit. Die vorausgesagten Tiefsttemperaturen von minus zwei Grad Celsius trafen tatsächlich ein. „Erfahrungsgemäß bildet sich zunächst auf den hölzernen Brücken gefährlicher Raureif. Auf der Plümperwiesenwegbrücke, dem Pannoramaweg und Brücken auf dem Brook kann es ziemlich glatt werden“, meint Stefanie Wesenberg, die den städtischen Betriebshof leitet und damit auch für den Winterdienst den Hut auf hat. Denny Dalmann hat bei seinen nächtlichen Kontrollfahrten auch gleich den vorgetrockneten Sand dabei, um glatte Stellen rechtzeitig zum Start in den Tag abzustumpfen. „Sand ist in Parchim weiterhin erste Wahl“, so die Chefin. So haben es die Stadtvertreter vor Jahren beschlossen. Salz kommt nur genau dosiert an schwierigen Verkehrsschwerpunkten zum Einsatz. Zwei neue Sandsilos – auf dem Gelände des Betriebshofes und an der Stadthalle – mit einem Fassungsvermögen von 20 Tonnen sichern den geschätzten Bedarf für die kommenden Wochen. Im Salzsilo wurden knapp 90 Tonnen bevorratet.

„Bei uns schneit es zwar selten, aber das hat auch Tücken“, weiß Stefanie Wesenberg aus nunmehr mehrjähriger Erfahrung. Insbesondere die nasskalten Tage und der ständige Wechsel – wie in den zurückliegenden Jahren im Norden typisch – machen es den Winterdienstmitarbeitern nicht leichter. In Parchim setzt man seit Jahren auf die Kooperation. Vier Partnerunternehmen und der Betriebshof arbeiten mit bis zu 30 Mitarbeitern vertragsgemäß Hand in Hand, um rund 60 Kilometer Straßen und etwa 30 Kilometer Gehwege in den Stadtgrenzen (incl. Ortsteile) von Schnee zu räumen und abzustumpfen. Von 7 bis 22 Uhr soll der Verkehr möglichst reibungslos laufen. Die Stadt muss für den Winterdienst tief in die Haushaltskasse greifen. Rund 200 000 Euro stehen dafür bereit.

„Der Winterdienst geht alle etwas an“, betont Stefanie Wesenberg. Private Grundstücksbesitzer sind in der Pflicht. Aber auch die privaten Vorkehrungen – vom Schneeschieber über bereitstehendes Streusalz bis zu den Winterreifen fürs Auto – sollten längst getroffen sein. Dann lässt sich der Winter meistern.

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