Mestlin : Kunst gegen das Vergessen

Zwischen den Flüchtlingsströmen von Takwe Kaenders (Rothen) liegen 70 Jahre.  Fotos: Horst Kamke
1 von 2
Zwischen den Flüchtlingsströmen von Takwe Kaenders (Rothen) liegen 70 Jahre. Fotos: Horst Kamke

„Denkmal Kultur Mestlin“ eröffnete Ausstellung im Mestliner Kulturhaus. 24 Künstler präsentieren eine Woche lang ihre Werke

svz.de von
28. September 2015, 08:00 Uhr

Zum aktuellen Termin „Kunst Heute“ eröffnete der Verein „Denkmal Kultur Mestlin“ mit „Erinnern und nicht vergessen“ im Kulturhaus am vergangenen Samstag eine Ausstellung. „Wir haben den Zusatz ´Nie wieder Krieg´ bewusst weggelassen.“ Denn schließlich, so mahnte Takwe Kaenders, herrsche ohnehin irgendwo auf der gegenwärtigen Welt derzeit ein Krieg. „Außerdem trägt Deutschland durch seine Waffenexporte dazu erheblich bei“ beklagte Kaenders, die bereits Kuratorin der Ausstellung 2014 war. „Wir haben die aktuelle Schau um mindestens 50 künstlerische Arbeiten erweitert.“

In der Mestliner Ausstellung präsentieren insgesamt 24 Künstler ihre Werke. Eine kleine Auswahl davon stammt von Hannes Schützler aus Quaslitz. „Meine Radierungen sollen die Auswirkungen von Kriegen auf Landschaften dokumentieren.“ Der Fotograf André van Uhem (Woserin) präsentiert postkartengroße Aufnahmen von Mitbringseln von Flüchtlingen aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Christian Lehsten (Rothen) hat von den in einem Koffer gefundenen Negativen aus der Zeit des 2. Weltkriegs Abzüge erstellt, „Wir können die Bilder heute anders lesen, weil wir die Geschichte kennen.“ Lydia Klammer (Brüel) legte eine Arbeit vor, die Ton und Bild einfühlsam miteinander verbindet. Takwe Kaenders (Rothen) selbst hatte auf zwei Emaille-Schildern sowohl die Menschenströme von Heimatvertriebenen der vierziger Jahre als auch die Flüchtlinge dargestellt, die heutzutage per Boot von Nordafrika aus Europa zu erreichen versuchen. Herbert Hundrich (Rothen) bot zu seiner Installation am Sonntag die künstlerische Performance „Emerge“. Außerdem las Sandra Pingel-Schliemann aus ihrem Buch „Ihr könnt doch nicht auf mich schießen !“. Noch am Tag der Ausstellungseröffnung hatte die Filmemacherin Lih Janowitz mit „Leoni von Ossowski“ eine rebellische Frau porträtiert. Auch auswärtige Künstler wie Andreas Adam (Anklam) mit seinen Collagen oder die politischen Bilder von Günter Jagnow (Rügen) finden in der Mestliner Ausstellung eine willkommene Plattform. „Erinnern und nie vergessen“ ist bis einschließlich Sonntag, 4. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Über den gesamten Zeitraum ist es möglich, Führungen zu arrangieren (0152 – 363 491 63). 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen