Kulturhaus Mestlin : Kulturstätte kämpft gegen Verfall

Ein Sommernachtstraum im Freien war die Aufführung „Ton und Kirschen“. Eine Neuauflage folgt 2018.
Ein Sommernachtstraum im Freien war die Aufführung „Ton und Kirschen“. Eine Neuauflage folgt 2018.

Seit zehn Jahren engagiert sich der Verein „Denkmal Kultur Mestlin“ für Renovierung und Wiederbelebung des Kulturhauses Mestlin

svz.de von
27. März 2018, 05:00 Uhr

Es wird noch immer gebaut und geschraubt – alle Kräfte werden gesammelt, um gegen den Verfall der Kulturstätte zu kämpfen: Die Bergungsarbeiten am Kulturhaus Mestlin durch den Verein „Denkmal Kultur Mestlin“ gehen ins zehnte Jahr. Viel ist schon geschafft, auf anderes wird noch hingearbeitet. So auf die veränderte Trägerschaft für das große DDR- Prestigegebäude, denn die liegt immer noch bei der Gemeinde Mestlin. Doch künftig kann die Verantwortung nur noch von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern gemeinsam gestemmt werden. Das ist von Vereinsseite Wunsch und Forderung zugleich. Die erste Vorsitzende Claudia Stauß kämpft seit Jahren mit ihrer Doppelbelastung. „Manchmal“, sagt die freiberuflich tätige Bühnenmeisterin, „muss ich auch Geld verdienen.“ Jetzt, 2018, nullt die Vereinsarbeit zum ersten Mal. In dieser Zeit sind bereits eine Million Euro Fördermittel verbaut worden. Aber immer noch herrscht Renovierungsstau, denn aktuell sind wieder Anträge auf Förderung unterwegs. Rund 600 000 Euro sind veranschlagt, um die östliche Terrasse vor dem so genannten „Großen Saal“ wieder herzustellen. Da das Kulturhaus in Mestlin vom Bund als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wurde, können von dort 50 Prozent in die Erneuerung fließen, Voraussetzung, die Finanzierung der anderen 50 Prozent können gesichert werden. Ein weiterer Antrag, berichtet Stauß, gehe in diesem Jahr an das Landwirtschaftsministerium MV. „Wir brauchen auch den Kreis zur Unterstützung und wünschen uns einen Arbeitskreis von Bund, Land und Kreis“, so Stauß.

Mestlin hat sich zu einem kulturellen Zentrum in der Fläche gemausert. So zieht das alte Gebäude mit seinem vielfältigen, kulturellen Angebot Publikum aus Schwerin und Rostock, Berlin und Hamburg an. Auch in diesem Jahr steht einiges im Terminkalender: Tanz in den Mai und Silvesterparty, ein Gastspiel der Plappermoehl, „MeRo – Mestlin rockt“ am 27. Oktober, ein Konzert von Wenzel, dieses mal mit Band am 13. Juli, und der Kunsthandwerkermarkt „Hinterland“ im November, die Mecklenburger Festspiele am 19. August mit dem Konzert „Verführung“. Sogar einige Ausstellungen und Theateraufführungen werden in den Räumlichkeiten präsentiert.

Fotograf André van Uehm legt beachtliche Kontinuität an den Tag und kuratiert die Ausstellung „Kunstlandschaft“, sie startet am 10 Mai. Die diesjährige achte Kunstlandschaft hat er unter das Thema „Idealfall“ gestellt. Am 16. Juni wird dann die Ausstellung „MentoringKunst“ eröffnet und am 29. September „Kunst Heute“.

Und zwei Theater, die im vergangenen Jahr große Zustimmung ernteten, werden wieder in Mestlin auftreten: Das süddeutsche Turmalintheater präsentiert am 5. Mai ein Stück nach Anton Tschechow. Und das bildermächtige Wandertheater „Ton und Kirschen“ gastiert am 2. Juni mit „In the blink of an eye“. Auch 2018 beruht der Besuch der ungewöhnlichen Truppe von der Havel auf der Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Below.





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