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Parchimer Zeitung

25. September 2017 | 20:48 Uhr

Mestlin : Kulturjahr in trockenen Tüchern

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Mestliner Kulturverein bereitet auch für 2017 zahlreiche Angebote vor . Mitglieder schätzen die Geselligkeit.

852 Einwohner zählt die Gemeinde Mestlin. Im Verhältnis dazu kann man über das ausführliche, bunt gemischte Programm für 2017 des „Mestliner Kulturvereins“ nur staunen. Aber das unternehmungslustige Häuflein der Mitglieder verteilt sich auf etliche Orte, sie kommen aus Parchim, Goldberg, Kladrum, Goldenbow und anderen Orten oder Gemeinden. Nicht alle leben also im Storchendorf wie die erste Vorsitzende Lotte Hansen. Sie ist der „Chef“ seit 2005. Gegründet wurde der Verein bereits 1993, er sei letztlich noch herausgewachsen aus dem „Kulturbund“ zu DDR-Zeiten, sagt Lotte Hansen.

Jetzt trafen sich 26 der Vereinsmitglieder zur beschlussfähigen Jahresversammlung in der renovierten Begegnungsstätte am Marx-Engels-Platz. „Aber auf diesen Versammlungen passiert eigentlich nie etwas Einschneidendes“, sagt Lotte Hansen. „Alles ist längst eingespielt, außerdem sehen wir uns ohnehin regelmäßig auch in anderen Gruppen.“ Es staut sich also gar kein größerer Gesprächsbedarf auf und das Hauptproblem des Vereins, sein Mangel an jüngeren Mitgliedern, kann wohl auch die intensivste Tagung nicht lösen. Die allermeisten sind über 70 Jahre alt, „Küken“ ist die Mestlinerin Kerstin Lorenz, Teamleiterin vom Mehrgenerationenhaus in Lübz.

Blickt Lotte Hansen aus dem Fenster ihrer Wohnung, sieht sie auf das Grundschulgebäude von Mestlin. Über vierzig Jahre lang war sie als Lehrerin tätig. An den Umgang mit Menschen ist sie also gewöhnt und Zusammenkünfte im Mestliner Kulturhaus mit seinen vielen Treffs und geselligen Höhepunkten zu DDR-Zeiten gehören – das lässt sich deutlich heraushören - zu den Besonderheiten in ihrer Erinnerung. Den Mestliner Kulturverein zusammen mit anderen auf Kurs zu halten, ist für die 77-Jährige also auch eine Art Fortsetzung dessen, was einmal war: Man trifft sich, man spricht, man feiert. Genau das sieht auch der „Jahreskalender des Mestliner Kulturvereins 2017“ mit seinen geselligen Treffs, Ausflügen und Feiern vor. Bowlen, grillen, auf der Elde schippern, Frauentags- und Weihnachtsfeier, Kulturtrips nach Schwerin zu Aufführungen von West Side Story und My fair Lady und im Mai die große Tagesfahrt nach Mirow ins Seerosenparadies, das alles sind Beispiele aus dem Jahreskalender. Allerdings geht es wohl erst im März so richtig los, mit Bowling in Werder am 2. des Monats, der Frauentagfeier am 8. März und einem Erzählnachmittag am 17. März mit der Germanisten Katrin Rohnstock – sie sichert die erinnerte Geschichte per Tonaufnahme –, das Thema lautet: Mein schönster Frauentag. („My fair Lady“ schließt sich am 23. 3. an).

Gern angenommen werden auch die Modenschauen der Firma „Modekommode“ aus Kühlungsborn im Sportlerheim, berichtet Lotte Hansen. Die erste Schau wird am 7. April stattfinden, die zweite im November. „Die Firma kommt dann, wenn touristisch nicht so viel los ist.“ Logisch. Der inhaltliche Schwerpunkt aber liege darauf, so die Vereinsvorsitzende, die Heimat kennen zu lernen, auch solle ein Augenmerk auf die „Landessprache“, das Niederdeutsche, gerichtet werden. Daher werden sie am 29. April zu einem Gastspiel der Fritz-Reuter-Bühne nach Güstrow reisen. Das Jahresprogramm, hier nur ausschnittweise wiedergegeben, ist also breit aufgestellt und spiegelt die Lebendigkeit dieses Vereins auf seine Weise. Es sichert außerdem Geselligkeit, wahrscheinlich das Wichtigste im Vereinsleben. Freude am Zusammensein stellte sich auch auf der Jahresversammlung ein: „Es war eine sehr nette Atmosphäre“, findet Lotte Hansen.

 


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