zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:30 Uhr

Parchim : Kult-Kantine zieht ins Zentrum

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

„Pütter Mittagstisch“ zieht in früheres Café Scholz / Bewährtes Konzept wird fortgeführt / Wiederbelebung der Innenstadt

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 14:19 Uhr

In den zurückliegenden Tagen drückte sich so mancher Passant an den zugeklebten Scheiben des früheren Cafés Scholz in der Langen Straße die Nase platt. Zu sehen gibt es nicht viel und Handwerker  geben sich die Klinke in die Hand.  Viele hatten längst die Hoffnung aufgegeben, dass hier noch einmal die Lichter angehen würden. Vor zwei Jahren musste die legendäre Konditorei Scholz aufgrund wirtschaftlicher Probleme nach 67 Jahren überraschend schließen. Die Suche nach einem Nachfolger verlief zunächst erfolglos.

Doch nun ist es amtlich: In das Anfang der 1990er Jahre gebauten Haus zieht wieder Leben ein. Ein Parchimer Geschäftsmann hat die frühere Konditorei gekauft und will im Obergeschoss eine Pension eröffnen. Für das Untergeschoss und Nebenräume hat er bereits einen Mieter gefunden. „Ich habe den Vertrag unterschrieben“, bestätigt Sven Kind, Geschäftsführer vom „Pütter Mittagstisch“. „Für uns ist es eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen“, sagt er. Seine acht Mitarbeiter hat er bereits informiert. „Auch wenn ein Umzug immer viel Zusatzarbeit bringt, freuen wir uns alle schon sehr auf den neuen Standort für unseren  „Pütter Mittagstisch“ mitten im Zentrum.

Mit eigenem Konzept behauptet
Mit dem Auszug der Kult-Kantine aus der Mühlenstraße geht dort eine Ära zu Ende. Viele Parchimer kennen das Haus noch als Betriebskantine der ehemaligen Tuchfabrik auf der gegenüber liegenden Straßenseite. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich nach Unterrichtsschluss in der Goetheschule hier vorbeigeschaut habe. Schließlich war meine Mutter eine der Köchinnen. Das ist zwar Jahrzehnte her, aber noch in guter Erinnerung“, sagt Sven Kind. Nach der Wende gab es zwar keine Tuchfabrik mehr, aber in der inzwischen privatisierten Kantine ging es nahtlos weiter. „Preiswerte Hausmannskost ist immer gefragt“, ist sich der Fachmann sicher. Die Rohstoffe kommen überwiegend aus der Region. So ist der Parchimer Schlachthof seit Jahren Stammlieferant. Sven Kind übernahm 1998 die Geschäfte im Pütter Mittagstisch. Zusammen mit seiner Mutter und der Schwester konnte sich der „Pütter Mittagstisch“ in der heiß umkämpften Gaststättenbranche bis heute  behaupten.

Zum Erfolgsrezept zählen bis heute neben der bodenständigen Kost die Selbstbedienung, eine überschaubare Speisekarte und der Assietten-Lieferdienst. „Zu unseren Kunden gehören Mitarbeiter kleinerer Firmen, Behördenangestellte, Selbstständige, ältere Leute und Familien“, sagt der Chef.

Signal für Belebung der Innenstadt
Am neuen Standort in der einstigen Hauptgeschäftsstraße seien die Voraussetzungen sehr gut. „Wir werden renovieren und neues Inventar anschaffen, aber am Konzept festhalten. Das erwarten  unsere Kunden, die uns zum  Teil schon seit vielen Jahren die Treue halten.“ So wie jetzt in der Mühlenstraße kann man vor Ort speisen, Essen zur Anlieferung bestellen, oder einen Raum für Festlichkeiten und Versammlungen mieten. Es wird auch ein Partyservice geben.

Im Herbst vergangenen Jahres hat der „Pütter Mittagstisch“ einen kleineren Ableger im Weststadt-Center eröffnet. Anders als in der Mühlenstraße gibt es dort sogar am Samstag Mittagessen vor Ort oder zum Mitnehmen.

Für viele Parchimer ist der Umzug ein Signal, dass wieder mehr Leben in die Parchimer Innenstadt einkehrt. Auch wenn es beim „Pütter Mittagstisch“ keine Torten, sondern nur den Kaffee nach dem Essen gibt, ist die Wiedereröffnung der gastlichen Stätte, die fürs Frühjahr geplant ist, ein gutes Signal.

Die Figur eines urigen Koches, die Sven Kind vor 17 Jahren zur Geschäftsübernahme vom befreundeten Küchenchef des Neptun-Hotels in Warnemünde bekam, wird auch künftig als Glücksbringer einen Ehrenplatz erhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen