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Landwirtschaft : Kühler Mai füllt Scheun’ und Fass

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bei ausbleibender Hitze und Niederschlägen haben sich in diesem Frühjahr die Ackerkulturen in Rom gut entwickelt.

von
erstellt am 28.Mai.2015 | 07:45 Uhr

„Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass.“ Das sagt eine Bauernregel. Und in der Tat – das diesjährige kühle und nicht zu trockene Frühjahr lässt Landwirte in der Parchimer Region offenbar auf eine gute Ernte hoffen.

Mit dem Arm streift Dr. Volker Toparkus, der Chef der Agrargenossenschaft in Rom, durch den Winterweizen. „Dicht wie Schilf“, sagt der Landwirt. Mindestens 400 Ähren sollten auf einem Quadratmeter Acker stehen. Hier auf dem Feld bei Rom sind es in diesem Frühjahr 600 bis 650. Viel mehr als in den Vorjahren. Positiv hat sich ausgewirkt, dass es keinen strengen Winter gab. Das Getreide konnte sich im Herbst noch gut entwickeln.

Toparkus schneidet einen Halm auf bis zur sich entwickelnden Ähre. Er zeigt die bis zum Boden gesunden Pflanzen. Das Getreide zeigt fast keine Schäden durch Pilze. Die brauchen Feuchtigkeit und Wärme, erklärt der Landwirt. Im kalten Mai haben diese Schädlinge kaum Chancen.

Dabei reicht die Feuchtigkeit aus für die Pflanzen. 50 Liter Regen pro Quadratmeter sind im April in Rom gefallen, im Mai bisher 40. Das ist Durchschnitt in diesen Monaten, sagt Toparkus. Und auch hier bringt der kühle Mai Vorteile, denn es verdunstet weniger Wasser, das die Pflanzen zum Wachstum benötigen.

Auch die andere Kulturen gedeihen gut auf dem Acker um Rom. Beispielsweise die Kartoffeln. Trockene Witterung herrschte beim Pflanzen Anfang April. Anschließend kam der Regen. Toparkus spricht von einem rundum zufriedenen Frühjahr für die Bauern. „Die Bestände stehen gut.“

Einzig auf dem Grünland auf moorigen Böden war anfangs noch nicht so viel Futter für die Kühe der Agrargenossenschaft gewachsen wie in vergangenen Jahren. Denn die Nächte waren recht kühl. Der moorige Boden erwärmt sich langsamer. Das hemmt das Wachstum der Gräser. Doch mittlerweile läuft auch auf den Niedermoor-Flächen die Mahd des Grünschnitts.

Beim Raps lässt sich erst bei der Ernte feststellen, welche Erträge die Pflanzen bringen. Viele Bauern in Deutschland beklagten in dieser Saison große Verluste bei der Ölfrucht. Hintergrund: Das Saatgut durfte nicht mehr mit einer bestimmten Beize behandelt werden, die hauptsächlich gegen den Schädling Kohlfliegenlarve hilft, aber im Verdacht steht, Bienen zu schädigen, wenn Partikel nicht in den Boden gelangen. Der Verzicht auf die Beize führte bei etlichen Bauern dazu, dass sie ganze Rapsflächen umbrechen mussten.

Die Römer Bauern hatten diese Probleme nicht. Maximal 15 bis 20 Prozent des Ackers waren von dem Schädlingsbefall betroffen, sagt Toparkus.

Der Römer sieht das Verbot der Beize allerdings sehr skeptisch. Denn anstelle der geringen Mengen des verbotenen Mittels müsse zur Bekämpfung der Schädlinge die zehn- bis 100-fache Menge an Insektiziden eingesetzt werden. Das sei weder aus ökonomischer Sicht nach aus Sicht der Umwelt sinnvolll.

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